Apotheken in der Krise: Warum das pDL-Programm sie in die Verlustzone treibt
Clara BraunApotheken in der Krise: Warum das pDL-Programm sie in die Verlustzone treibt
Deutsche Apotheken kämpfen mit den Herausforderungen des vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungsprogramms (pDL)
Die Apotheken in Deutschland kommen mit den Anforderungen des vergüteten pharmazeutischen Dienstleistungsprogramms (pDL) kaum noch nach. Trotz eines stetigen Anstiegs der Fallzahlen seit 2015 verzeichnen viele Apotheken bei der Erbringung dieser Leistungen finanzielle Verluste. Nun fordert der Deutsche Apothekerverband (DAV) dringend Reformen, um das System zukunftsfähig zu machen.
Das 2015 eingeführte pDL-Programm verzeichnet einen deutlichen Nachfrageanstieg: Die Fallzahlen stiegen von etwa 1.200 im ersten Jahr auf voraussichtlich 2.800 im Jahr 2025. Dieser jährliche Zuwachs von 8 bis 10 Prozent ist auf bessere Diagnostik und eine wachsende Zahl von Kindern mit chronischen Nierenerkrankungen zurückzuführen. Doch selbst bei steigenden Abrechnungszahlen schreiben die meisten Apotheken weiterhin rote Zahlen.
Eine Studie von Professor Kaapke Projekte zeigt, dass mehr als die Hälfte der Apotheken bei der Risikobewertung von Bluthochdruck Verluste macht. Nur etwa jede dritte Apotheke schafft es, kostendeckend oder mit Gewinn zu arbeiten. Gleichzeitig bleibt ein mit 537 Millionen Euro dotierter Fonds für pDL-Leistungen weitgehend ungenutzt.
Die Probleme beschränken sich jedoch nicht auf die Finanzen. Apotheken leiden zudem unter Personalmangel, hohem Verwaltungsaufwand und strengen räumlichen Vorgaben für bestimmte Dienstleistungen. Diese Belastungen erschweren es, bundesweit eine gleichbleibend hohe Versorgungsqualität zu gewährleisten.
Der DAV pocht darauf, dass die Politik die pDL-Vergütung auf ein tragfähiges Niveau anpassen muss. Ohne Änderungen sei die langfristige flächendeckende Verfügbarkeit dieser Leistungen gefährdet. Ziel sei es, sicherzustellen, dass Apotheken essenzielle Versorgungsangebote weiterhin anbieten können – ohne dabei Verluste zu machen.