ARD verlängert die Tagesschau auf 30 Minuten – kann das die Quoten retten?
Clara BraunARD verlängert die Tagesschau auf 30 Minuten – kann das die Quoten retten?
Die ARD testet eine längere Version ihrer Hauptnachrichtensendung Tagesschau, um Zuschauer zurückzugewinnen. Ab der Montagsausgabe um 20:15 Uhr wird die Sendung 30 Minuten statt der üblichen 15 Minuten dauern. Der Schritt folgt auf jahrelange sinkende Einschaltquoten: Die durchschnittliche Zuschauerzahl ist seit 2021 von 7,5 auf 6,2 Millionen gefallen.
Der Versuch kommt zu einer Zeit, in der jüngere Zielgruppen zunehmend zu Streaming-Diensten wechseln und traditionelle Nachrichtensendungen mit einer alternden Zuschauerschaft zurückbleiben. ARD-Programmdirektor Jörg Schönenborn bezeichnete das erweiterte Format als Möglichkeit, Nachrichten relevanter für den Alltag zu gestalten. Die längere Sendezeit soll globale Ereignisse mit persönlichen Erfahrungen verknüpfen und eine vertiefte Berichterstattung über alltägliche Themen bieten.
Kritiker jedoch zweifeln daran, ob die Verlängerung auf 30 Minuten erfolgreich sein wird. Einige Journalisten argumentieren, dass 15 Minuten für Nachrichten ausreichen, während andere warnen, die Änderung könnte das ARD-Abendprogramm durcheinanderbringen. Der Sender selbst bleibt vorsichtig und spricht von einer Testphase ohne Garantie auf eine dauerhafte Umstellung.
Die Entscheidung der ARD folgt einem Trend, der sich auch bei Konkurrenzsendern wie dem ZDF beobachten lässt, wo längere Formate größere Zuschauerzahlen anziehen. Sendungen wie die Tagesthemen, die 20 bis 30 Minuten laufen, erreichen mittlerweile 2 bis 3 Millionen Zuschauer. Sollte der Versuch gelingen, könnte die verlängerte Tagesschau helfen, den Rückgang zu stoppen – insbesondere bei jüngeren Zuschauern, die sich detailliertere Berichte wünschen.
Der Test startet mit der Montagsabendausgabe, doch die Zukunft des Formats bleibt ungewiss. Die ARD hofft, dass die längere Sendung das Vertrauen in die Medien stärkt und mehr Zuschauer anzieht. Ob das Experiment Bestand haben wird, hängt von der Resonanz des Publikums in den kommenden Wochen ab.






