Aschura-Marsch in Berlin löst Debatte über Kinderinstrumentalisierung aus
Mila KleinAschura-Marsch in Berlin löst Debatte über Kinderinstrumentalisierung aus
Eine Demonstration anlässlich des schiitischen religiösen Festes Aschura hat in Berlin für Kontroversen gesorgt. Die unter dem Titel „Aschura-Marsch“ organisierte Veranstaltung sollte ein Zeichen der Solidarität mit unterdrückten Menschen weltweit setzen. Rund 600 Teilnehmer versammelten sich bei sengender Hitze, wobei einige wegen hitzebedingter Beschwerden medizinisch versorgt werden mussten.
Aschura ist im schiitischen Islam ein Trauertag zur Erinnerung an die Ermordung von Imam Hussein, eines Enkels des Propheten Mohammed. Im Rahmen der Demonstration wurde die historische Entführung von Frauen und Kindern nachgestellt – dabei wurden Kinder aneinandergebunden und in die Darstellung einbezogen.
Die Szene löste umgehend scharfe Kritik aus. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) verurteilte die Instrumentalisierung von Kindern und erklärte, es sei inakzeptabel, sie für politische Botschaften zu missbrauchen. Die zuständige Beamtin verbot die Nachstellung während eines Abstimmungstermins mit den Veranstaltern, woraufhin der Demonstrationsleiter sie umgehend stoppte.
Auch das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA) verurteilte die Kundgebung und warf den Teilnehmern vor, islamistisch geprägt zu sein und Symbole des islamistischen Terrors zu unterstützen. Vor-Ort-Dolmetscher berichteten jedoch, es seien während der weitgehend friedlichen Veranstaltung keine strafbaren Inhalte festgestellt worden.
Die Demonstration verlief ohne größere Zwischenfälle, doch die Einbindung von Kindern in die Nachstellung blieb ein zentraler Punkt der Empörung. Die Behörden bestätigten, dass das Verbot der Darstellung durchgesetzt wurde und keine weiteren Verstöße registriert wurden. Die Debatte über die Angemessenheit solcher Darstellungen bei öffentlichen Veranstaltungen dürfte anhalten.
