Bahn-Sicherheit: Neue Regeln – aber keine Zweier-Teams für Zugbegleiter
Clara BraunBahn-Sicherheit: Neue Regeln – aber keine Zweier-Teams für Zugbegleiter
Verkehrsminister unterstützen neue Sicherheitsmaßnahmen für Bahnmitarbeiter – verzichten aber auf bundesweite Zweier-Teams
Die Verkehrsminister haben neue Sicherheitsvorschriften für Bahnangestellte befürwortet, sich jedoch gegen eine verpflichtende Einführung von Zweier-Teams auf allen Strecken ausgesprochen. Die Entscheidung folgt auf einen tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang dieses Jahres. Gewerkschaften und Mitarbeiter hatten zuvor auf die zunehmende Gewalt in Zügen und an Bahnhöfen hingewiesen.
Die Deutsche Bahn hatte kürzlich Körperkameras für Servicekräfte eingeführt und die Pflicht zur Vorlage des Dienstausweises für Kontrollpersonal abgeschafft. Diese Schritte sollen die Sicherheit verbessern – insbesondere nach der Ermordung des Zugbegleiters Serkan C. in Kaiserslautern im Februar 2024. Zwar liegen keine genauen Zahlen zu Angriffen seit diesem Vorfall vor, doch offizielle Statistiken verzeichnen 3.324 Vorfälle im Jahr 2024 und über 3.000 im Jahr 2025, mit weiterhin hohen Fallzahlen 2026.
Die Verkehrsministerkonferenz begrüßte die Maßnahmen der Deutschen Bahn und sprach sich für ein bundesweites Verbot von Waffen und Messern im Personenverkehr aus. Eine generelle Verpflichtung zu Zweier-Teams lehnten sie jedoch ab. Stattdessen setzen sie auf regionale und bedarfsgerechte Personalplanung in Zügen und an Bahnhöfen.
Gewerkschaften wie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordern seit Langem, dass Zugbegleiter nur noch im Team arbeiten. EVG-Chef Martin Burkert kritisierte die Haltung der Minister scharf und warnte, die Gewalt gegen Frontpersonal könne sich weiter verschärfen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder prüft unterdessen die neuen Regelungen und will bis Ende April eine Bewertung vorlegen. Zudem laufen Gespräche mit zuständigen Behörden über eine bessere Videoüberwachung an Bahnhöfen.
Die Minister räumten ein, dass die Umsetzungen zusätzliche Kosten verursachen werden. Die finanziellen Auswirkungen der Sicherheitsaufrüstung soll der Bund tragen.
Der Verkehrssektor steht damit vor einer Mischung aus neuen Schutzvorgaben und anhaltenden Debatten über die Personalausstattung. Während Körperkameras und Waffenverbote beschlossen wurden, pochen Gewerkschaften weiter auf strengere Schutzmaßnahmen für Beschäftigte. Die Bundesprüfung im April wird zeigen, ob weitere Schritte nötig sind, um die Gewalt in Zügen und an Bahnhöfen einzudämmen.






