Bayer feiert Durchbruch mit Kerendia – doch Roundup-Prozesse belasten weiter
Nina MüllerBayer feiert Durchbruch mit Kerendia – doch Roundup-Prozesse belasten weiter
Bayer hat positive Ergebnisse aus einer Phase-III-Studie seines Medikaments Kerendia bekannt gegeben, was das Vertrauen der Anleger stärkt. Nach der Meldung stiegen die Aktien des Konzerns um 4,71 Prozent und setzten damit einen jüngsten Aufwärtstrend fort. Dennoch bleiben finanzielle Herausforderungen bestehen: Für 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro, bedingt durch anhaltende Rechtsstreitigkeiten.
Die FIND-CKD-Studie zeigte, dass Kerendia (Finerenon) seine primären klinischen Ziele bei Patienten mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung (CKD) erreichte. Dies stellt eine Erweiterung über die bisherigen Zulassungen für diabetische CKD und Herzinsuffizienz hinaus dar. Bayer plant nun, einen Antrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA für eine breitere Anwendung des Wirkstoffs einzureichen.
Rechtliche Belastungen lasten weiterhin auf dem Unternehmen. Eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu Warnhinweisen auf Roundup, die für Juni 2026 erwartet wird, soll die verbleibenden juristischen Risiken klären. Anleger beobachten zudem die Entwicklungen in den USA zu Schutzmaßnahmen für die Glyphosat-Versorgung sowie den Ausgang der Bayer-Hauptversammlung im April 2026.
Trotz dieser Herausforderungen zeigt sich die Pharmasparte widerstandsfähig. Der Erfolg von Kerendia könnte den adressierbaren Markt deutlich vergrößern und dem Unternehmen einen finanziellen Schub verleihen. Dennoch beläuft sich die Nettoverschuldung auf fast 30 Milliarden Euro – hauptsächlich aufgrund der Prozesskosten im Zusammenhang mit der Roundup-Klagewelle.
Die positiven Studienergebnisse zu Kerendia bieten einen Lichtblick angesichts der finanziellen und rechtlichen Schwierigkeiten von Bayer. Bei einer Zulassung für nicht-diabetische CKD würde sich der Markt für das Medikament beträchtlich ausweiten. Gleichzeitig wird die anstehende Entscheidung des Obersten Gerichtshofs zu Roundup die rechtliche Zukunft des Konzerns prägen.






