13 June 2026, 00:07

Berliner Kulturschaffende fordern drei Prozent des Haushalts – oder droht das Aus?

Welche Richtung für die Kultur?

Berliner Kulturschaffende fordern drei Prozent des Haushalts – oder droht das Aus?

Über 600 Kulturschaffende unterzeichnen Berliner Erklärung – Forderung nach mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur

Mehr als 600 Kulturfachleute haben die Berliner Erklärung unterzeichnet und fordern, dass mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für den Kulturbereich bereitgestellt werden. Die Initiative kommt zu einer Zeit, in der kulturelle Einrichtungen unter wachsendem finanziellen Druck stehen und mit möglichen Schließungen konfrontiert sind. Nun wurde eine Aktionswoche gestartet, um kulturopolitische Themen in den Mittelpunkt des Berliner Wahlkampfs zu rücken.

Die Initiative „Berlin ist Kultur“ eröffnete ihre Aktionswoche mit einer Veranstaltung, an der Politiker wie Katharina Marg, Ronja Losert und Bertram von Boxberg teilnahmen. Die Gruppe will mit dem Hashtag #deineStimmefürKultur Einfluss auf die anstehende Wahl am 20. September nehmen.

Kultureinrichtungen haben für die Kandidat:innen sogenannte „Wahl-Lackmustests“ entwickelt, um deren Haltung zu künstlerischer Bildung und Förderung zu prüfen. Gleichzeitig haben die jüngsten Kürzungen im Kulturbereich bereits Warnungen von führenden Vertreter:innen ausgelöst. Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, verurteilte die Einsparungen als kurzsichtig und berichtete, wie ein Theaterbesuch mit 14 Jahren sein eigenes Leben geprägt habe.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Gabi Dan Droste, Leiter des FELD Theaters, verglich die Finanzkrise mit dem Mythos von Ikarus – gelobt, aber ums Überleben kämpfend. Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater, äußerte Bedenken, dass die hauseigenen Werkstätten Miete an eine andere Landesbehörde zahlen müssten, was ihre Existenz gefährde. Reese wies zudem auf die mögliche Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße wegen finanzieller Engpässe hin.

Die Berliner Erklärung fordert eine stabile Finanzierung und eine Mindestausstattung des Kulturhaushalts. Die Aktionswoche soll sicherstellen, dass kulturelle Belange für Wähler:innen und Kandidat:innen Priorität behalten. Ohne Gegenmaßnahmen könnten weitere Einrichtungen von schweren finanziellen Bedrohungen betroffen sein.

Quelle