Brandenburgs Cannabis-Experiment scheitert: Schwarzmarkt wächst, Unfälle nehmen zu
Mila KleinBrandenburgs Cannabis-Experiment scheitert: Schwarzmarkt wächst, Unfälle nehmen zu
Zwei Jahre nach der teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland gerät der Ansatz Brandenburgs unter die Lupe. Das Bundesland hat 21 Anbauvereine genehmigt, sechs weitere Anträge werden noch geprüft. Doch Beamte berichten von geringen Auswirkungen auf den Schwarzmarkt und wachsender Sorge über drogenbedingte Verkehrsvorfälle.
Das Gesetz, das Erwachsenen den Besitz und Konsum von Cannabis erlaubt, trat am 1. April 2024 in Kraft. Bis zum 1. Juli desselben Jahres durften nicht-kommerzielle Vereine – begrenzt auf 500 Mitglieder – legal Cannabis anbauen und an ihre Mitglieder verteilen. Brandenburg hat seitdem 21 solche Vereine zugelassen; Kontrollen ergaben bisher keine Verstöße oder Bußgelder.
Trotzdem räumte Innenminister Jan Redmann (CDU) ein, dass die gesetzlichen Änderungen den Schwarzmarkt nicht eindämmen konnten. Zudem übersteige die Nachfrage bei Weitem das Angebot aus privatem Anbau und lizenzierten Vereinen, so der Minister. Das Innenministerium fügte hinzu, dass illegale Händler weiterhin florieren – einige nutzten die Legalisierung sogar, um gefährlichere Substanzen zu vertreiben.
Verkehrsdaten spiegeln die wachsenden Probleme wider: 2025 registrierte die Polizei 119 Unfälle in Verbindung mit Cannabis-Konsum, nach 115 im Vorjahr. Die Zahl der Verdachtsfälle von Drogenfahrten unter Cannabis-Einfluss stieg um 31,5 % – von 1.313 im Jahr 2024 auf 1.727 im Jahr 2025.
Als Reaktion beschloss die CDU Brandenburg auf ihrem jüngsten Parteitag, die Teillegalisierung komplett rückgängig zu machen. Die Partei fordert nun die Abschaffung des Gesetzes mit der Begründung, es habe die Drogenkontrolle verschlechtert statt verbessert.
Das Experiment Brandenburgs mit reguliertem Cannabis stößt auf Rückschläge: Das legale Angebot kann die Nachfrage nicht decken, der Schwarzhandel bleibt bestehen, und Verkehrsdelikte nehmen zu. Während die CDU eine vollständige Kehrtwende anstrebt, steht die Cannabispolitik des Landes nun auf dem Prüfstand.






