Bundesrechnungshof übt harte Kritik an Bahn und Regierung für marodes Schienennetz
Nina MüllerBundesrechnungshof übt harte Kritik an Bahn und Regierung für marodes Schienennetz
Bundesrechnungshof kritisiert Deutsche Bahn und Bundesregierung wegen Versäumnisse im Schienennetz
Der Bundesrechnungshof hat die Deutsche Bahn und die Bundesregierung scharf dafür kritisiert, dass sie langjährige Probleme im Schienennetz nicht angehen. Der Betreiber kämpft weiterhin mit Verspätungen, wobei jüngste Störungen besonders Fahrgäste in Nordrhein-Westfalen hart treffen. Experten stellen nun infrage, ob die Infrastruktur allein für die anhaltenden Schwierigkeiten verantwortlich ist.
Die Deutsche Bahn führt die Verspätungen vor allem auf die überalterte Infrastruktur zurück. Doch der Bahnexperte Christian Böttger widerspricht dieser Darstellung. Selbst makellose Gleise würden seiner Meinung nach keine pünktlichen Verbindungen garantieren. Er und andere Fachleute verweisen auf ein überlastetes Netz als grundlegendes Problem und schlagen vor, das Angebot – beginnend bei Regionalzügen – zu reduzieren, um die Belastung zu verringern.
In Nordrhein-Westfalen laufen derzeit Sanierungsarbeiten auf zehn wichtigen Strecken, acht weitere sollen bald folgen. Doch der Mangel an Abnahmeprüfern verzögert die Wiederinbetriebnahme der modernisierten Linien, sodass längere Schienenersatzverkehre mit Bussen und verlängerte Ausfälle nötig werden. Zwischen Köln und Hagen kommt es derzeit zu Verspätungen, weil die Strecke Wuppertal-Barmen ausgebaut wird.
NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer betont die Dringlichkeit dieser Reparaturen. Zwar räumt die Deutsche Bahn ein, dass Teile des Netzes überlastet sind, doch das Unternehmen lehnt Forderungen nach Angebotskürzungen ab. Stattdessen macht es weiterhin Infrastrukturprobleme für die anhaltenden Störungen verantwortlich.
Die Kritik des Bundesrechnungshofs erhöht den Druck auf die Deutsche Bahn und die Regierung, endlich zu handeln. Während die Verspätungen im gesamten Netz anhalten, schreiten die Modernisierungen in Nordrhein-Westfalen nur langsam voran – auch wegen Personalmangels. Ohne Anpassungen der Fahrpläne oder zusätzliche Ressourcen könnten Fahrgäste auch in absehbarer Zeit weiter mit Einschränkungen rechnen müssen.






