17 March 2026, 01:01

Bundeswehr reformiert Fallschirmjäger nach Skandal um Gewalt und Drogenmissbrauch

Eine Gruppe von Männern in Militäruniformen marschiert auf der Straße, einer hält einen Stock in der Hand, mit Text unten: "Zusätzliche Miliz, zum 20-tägigen Vergnügen antreten".

Führen in Herausfordernden Zeiten - Bundeswehr reformiert Fallschirmjäger nach Skandal um Gewalt und Drogenmissbrauch

Die deutsche Bundeswehr ergreift entschlossene Maßnahmen, um schwerwiegende Fehlverhalten innerhalb des Fallschirmjägerregiments 26 in Zweibrücken zu bekämpfen. Berichte über sexualisierte Gewalt, Drogenmissbrauch und Extremismus haben zu Entlassungen, Ermittlungen und umfassenden Reformen geführt. Die Führung strebt an, den Skandal bis Anfang April zu bereinigen; eine vollständige Überprüfung soll bis Jahresende abgeschlossen sein.

Die Probleme traten erstmals im Dezember zutage, als zwei bewaffnete Soldaten an einem Wehrwerbestand auf dem Weihnachtsmarkt in Zweibrücken aufgefunden wurden. Dieser Vorfall lenkte die Aufmerksamkeit auf tiefgreifendere Missstände im Regiment und löste eine sofortige Reaktion der Militärführung aus.

Generalleutnant Christian Freuding, Inspekteur des Heeres, wies zwar systemische Versäumnisse zurück, leitete jedoch ein strenges Reformpaket ein. Dazu gehören Kontrollbesuche, strukturelle Änderungen und neue Resilienzprogramme. Zudem werden die Karrierewege von Soldaten angepasst, um künftiges Fehlverhalten zu verhindern.

Seit Beginn der Ermittlungen wurden zehn Angehörige entlassen, gegen 19 weitere laufen Entlassungsverfahren. Oberst Martin Holle, der im vergangenen Herbst das Kommando übernahm, steuert nun die Reformen. Sein Vorgänger, Oberst Oliver Henkel, hatte in drei Jahren enge Verbindungen zwischen Militär und Stadt aufgebaut.

Um die Fortschritte zu überwachen, finden vierteljährlich "Statuskonferenzen Luftlandetruppen" statt, bis im Dezember eine abschließende Bewertung erfolgt. Ziel ist eine glaubwürdige Aufarbeitung und ein Neuanfang für das Regiment.

Die Bundeswehr erwartet, dass die meisten Probleme bis Ostern – dem Beginn des zweiten Quartals – behoben sind. Bereits eingeführt wurden ein zentrales Meldesystem, stichprobenartige Drogentests und verpflichtende Demokratieseminare in allen deutschen Kasernen. Diese Schritte folgen ähnlichen Reformen nach früheren Skandalen, etwa Extremismus in Dresden, Drogenmissbrauch in Hof und sexualisierte Gewalt in Regensburg.

AKTUALISIERUNG

Bundeswehr erweitert Reformen: 23 entlassen, landesweite Studie geplant

Der Skandal beim Fallschirmjägerregiment 26 hat sich verschärft: 23 Soldaten stehen nun vor der Entlassung. Wichtige Entwicklungen sind:

  • 55 Untersuchungen wegen Fehlverhaltens (statt zuvor 10+19 gemeldet)
  • Eine landesweite Dunkelfeldstudie zur sexuellen Belästigung angekündigt vom Verteidigungsministerium
  • Spitzentreffen zwischen Verteidigungsminister Pistorius und Brigadegeneral Markus Meyer zur Bekämpfung struktureller Probleme