Deutsche Wirtschaft 2026: Wachstumsprognose halbiert – nur noch 0,6 Prozent erwartet
Claudia FischerDeutsche Wirtschaft 2026: Wachstumsprognose halbiert – nur noch 0,6 Prozent erwartet
Führende deutsche Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für 2026 drastisch nach unten korrigiert. Im aktuellen Gemeinschaftsgutachten, das am Mittwoch veröffentlicht wurde, wird nun nur noch ein bescheidenes Plus von 0,6 Prozent erwartet – weniger als die Hälfte der bisherigen Schätzung von 1,3 Prozent. Steigende Energiekosten und globale Unsicherheiten haben die Aussichten deutlich eingetrübt.
Die Herabstufung folgt auf eine Reihe wirtschaftlicher Belastungen, die sich seit Ende 2023 aufbauen. Die Eskalation der Konflikte im Nahen Osten seit März 2026 trieb die Energiepreise in die Höhe, während US-Handelszölle und ein seit dem Frühjahr 2025 stärkerer Euro zusätzliche Spannungen erzeugten. Die Inflation bleibt hartnäckig hoch und pendelt zwischen 2,7 und 3 Prozent, was Haushalte und Unternehmen gleichermaßen belastet.
Auch globale Handelsstörungen setzen der deutschen Industrie zu. Engpässe in den Lieferketten halten an, und die Unsicherheit dämpft die Investitionsbereitschaft. Zwar bietet die Lockerung der Schuldenbremse durch die Regierung im Jahr 2025 eine gewisse fiskalpolitische Entlastung, doch bleibt die Erholung insgesamt schwach. Ein anhaltender Konflikt oder tiefgreifendere Handelsschocks könnten die Wirtschaft sogar in eine Stagnation stürzen.
Die überarbeitete Prognose unterstreicht die prekäre wirtschaftliche Lage Deutschlands. Mit einem erwarteten Wachstum von nur 0,6 Prozent haben die Entscheidungsträger kaum Spielraum für Maßnahmen. Energiekosten, Handelskonflikte und Inflation werden auch im kommenden Jahr die finanzielle Entwicklung des Landes prägen.






