Deutschland erhält erstmals LNG aus dem Oman trotz Golfkrise
Deutschland hat mit den ersten Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) aus dem Oman begonnen – trotz der steigenden Spannungen in der Golfregion. Die Sendungen, die Teil eines langfristigen Abkommens sind, trafen wie geplant ein und bleiben von der anhaltenden Blockade der Straße von Hormus unberührt.
Obwohl der Oman kürzlich Ziel iranischer Angriffe war, exportiert das Land weiterhin ohne Unterbrechungen LNG über seine östlichen Routen.
Die Lieferungen markieren den Beginn eines vierjährigen Versorgungsvertrags zwischen dem deutschen Energieunternehmen SEFE und Oman LNG. Der 2023 unterzeichnete Vertrag sieht jährliche Lieferungen von 0,58 Milliarden Kubikmetern LNG vor. Die ersten Frachten trafen pünktlich ein und umgingen dank der geografischen Lage Omans östlich des Engpasses die Straße von Hormus.
Während die Blockade der Straße von Hormus erhebliche LNG-Mengen aus dem Golf blockiert, bleiben Deutschlands Importe weitgehend gesichert. 2024 und 2025 bezog das Land seinen Bedarf fast ausschließlich aus den USA, die 2025 mit 94 Prozent der 106 TWh Nachfrage den Löwenanteil deckten. Katar, ein wichtiger Golf-Exporteur, musste seine Lieferungen nach Europa vollständig einstellen. Deutschland hatte sich jedoch bereits vor der Eskalation des Konflikts im Februar 2026 von Bezugsquellen am Persischen Golf abgewendet.
Der Oman, ein kleinerer Akteur auf dem globalen LNG-Markt mit einer Produktion von 11,5 Millionen Tonnen im Jahr 2024, beliefert vorrangig asiatische Märkte. Doch seine – wenn auch bescheidenen – Lieferungen nach Europa bieten Deutschland nun eine alternative Bezugsquelle. Die aktuellen Sendungen verzögern sich nicht, selbst während iranische Angriffe andere Golfproduzenten wie Katar beeinträchtigen.
Der Deal zwischen SEFE und Oman LNG erweitert die Energiequellen Deutschlands. Dennoch bleiben die Mengen im Vergleich zur starken Abhängigkeit von US-Importen, die über stabile Atlantikrouten ankommen, gering.
Die Ankunft des omanischen LNG stärkt zwar die Diversifizierung der deutschen Energieversorgung, doch der Umfang bleibt begrenzt. Da die USA weiterhin den Großteil der Importe decken, bleibt der Gasfluss trotz der Golfkrise stabil. Die Lieferungen aus dem Oman, die von den Spannungen in der Straße von Hormus unberührt bleiben, stellen eine kleine, aber verlässliche Ergänzung für die europäische Energiesicherheit dar.






