Deutschland plant Abschiebungen nach Syrien per Schiff – eine umstrittene Wende in der Migrationspolitik
Claudia FischerDeutschland plant Abschiebungen nach Syrien per Schiff – eine umstrittene Wende in der Migrationspolitik
Deutsche Behörden prüfen neue Wege, um Abschiebungen nach Syrien zu verstärken – darunter auch der Einsatz von Schiffen statt Flugzeugen. Der Vorschlag kommt zu einer Zeit, in der Syrien weiterhin eines der wichtigsten Zielländer für Zwangsrückführungen aus Deutschland bleibt. Hessens Innenminister Roman Poseck fordert einen konsequenten Kurs und bezeichnet Abschiebungen als ein zentrales Instrument der Migrationspolitik.
2025 wurden aus Deutschland 1.705 Menschen nach Syrien abgeschoben – damit liegt das Land auf Platz zwei hinter der Türkei (2.798 Rückführungen). Weitere bedeutende Zielländer waren Georgien (1.696). Beamte argumentieren nun, dass Schiffe aufgrund der Mittelmeerküste Syriens größere Gruppen effizienter transportieren könnten.
Roman Poseck, Hessens Innenminister, setzt sich für eine strengere Haltung in der syrischen Migrationsfrage ein. Für ihn hat Syrien – neben Afghanistan – Priorität in der Bundespolitik. Zwar bevorzugt er freiwillige Ausreisen, doch betont er, dass die Drohung mit Abschiebungen entscheidend sei, um die Kooperationsbereitschaft zu erhöhen.
Poseck bezeichnet Abschiebungen wiederholt als ein "notwendiges Druckmittel", um Migranten zur freiwilligen Ausreise zu bewegen. Seine Äußerungen spiegeln die allgemeinen Bestrebungen der Regierung wider, die Migrationskontrollen zu verschärfen.
Der mögliche Wechsel zu Abschiebungen auf dem Seeweg deutet auf eine härtere Linie bei Rückführungen nach Syrien hin. Da Syrien in den deutschen Abschiebestatistiken weit oben steht, zielen die Behörden darauf ab, das Verfahren zu beschleunigen. Die politische Debatte bleibt umstritten – zwischen freiwilliger Rückkehr und zwangsweisen Maßnahmen.






