03 April 2026, 02:06

EMAF-Festival in Osnabrück gerät wegen umstrittenem Kurzfilm in die Kritik

Plakat für ein Festival in München, Deutschland, mit einem Bild einer Frau mit menschlichem Gesicht umgeben von Menschen und Bäumen und Text.

EMAF-Festival in Osnabrück gerät wegen umstrittenem Kurzfilm in die Kritik

Das Europäische Medienkunstfestival (EMAF) in Osnabrück steht in der Kritik, weil es einen Kurzfilm der palästinensischen Künstlerin Larissa Sansour, die unter dem Künstlernamen Al-Sharif bekannt ist, in sein Programm aufgenommen hat. Nicht ihr künstlerisches Werk, sondern ihre Beiträge in sozialen Medien haben eine Kontroverse ausgelöst – mit Vorwürfen des Antisemitismus und der Unterstützung der BDS-Bewegung. Unterdessen plädiert die künstlerische Leiterin des Festivals für eine differenziertere Betrachtung ihrer Äußerungen.

Im Rahmen des EMAF wird Al-Sharifs Kurzfilm "Morning Circle" gezeigt. Das diesjährige Festivalmotto "An Incomplete Assembly" (dt. "Eine unvollendete Versammlung") setzt sich mit künstlerischer Freiheit und Verantwortung auseinander – Themen, die nun im Mittelpunkt der Debatte stehen. Während sich die Stadt Osnabrück und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies öffentlich von der Veranstaltung distanziert haben, bleibt die staatliche Förderung des Festivals unverändert.

Die künstlerische Leiterin des EMAF, Katrin Mundt, fordert eine genauere Lektüre von Al-Sharifs Social-Media-Posts statt pauschaler Verurteilung. Sie betonte, das Festival arbeite seit Langem mit palästinensischen Künstlern zusammen, ohne dabei jüdische oder israelische Perspektiven in seinem Programm zu vernachlässigen. Der Osnabrücker Kulturdezernent Wolfgang Beckermann erklärte jedoch, er hätte es vorgezogen, Al-Sharifs Werk komplett aus dem Festival auszuschließen.

Thomas Groß, Oberbürgermeisterkandidat der Linken in Osnabrück, argumentierte, dass das Unterdrücken palästinensischer Stimmen unter dem Vorwand der Antisemitismusbekämpfung notwendige Dialoge ersticken könnte. Trotz der aktuellen Kontroverse gibt es in den vergangenen fünf Jahren keine dokumentierten Fälle, in denen die BDS-Bewegung konkrete Auswirkungen auf Kulturveranstaltungen in Deutschland hatte. Aktuelle Berichte verweisen stattdessen auf akademische Boykotte, wie etwa die Absetzung eines Studierendenrats an der Hertie School in Berlin wegen einer BDS-Unterstützung.

Das Festival wird Al-Sharifs Film wie geplant zeigen, auch wenn lokale und regionale Politiker ihre Ablehnung deutlich gemacht haben. Die Förderung bleibt gesichert, und die Diskussion darüber, wo die Grenze zwischen künstlerischem Ausdruck und politischen Aussagen verläuft, dauert an. Mit seiner Entscheidung lenkt das EMAF den Fokus auf die grundsätzliche Debatte über Freiheit und Verantwortung in der Kunst.

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