EU-Pläne für saubere Firmenflotten spalten die deutsche Autoindustrie
Clara BraunEU-Pläne für saubere Firmenflotten spalten die deutsche Autoindustrie
Der jüngste Plan der EU zur Förderung von Fahrzeugen mit niedrigen Emissionen in gewerblichen Flotten hat in der deutschen Automobilbranche scharfe Kontroversen ausgelöst. Seit die Europäische Kommission ihr Automobil-Paket im Dezember 2025 vorstellte, streiten Branchenvertreter über Quoten, Kosten und Machbarkeit. Während einige die Umweltziele grundsätzlich unterstützen, aber mehr Flexibilität fordern, warnen andere vor steigenden Ausgaben und praktischen Hindernissen.
Die vorgeschlagenen Regeln sehen vor, dass bis 2030 mindestens 83 Prozent der gewerblichen Flotten aus Fahrzeugen mit niedrigen oder keinen Emissionen bestehen müssen – bis 2035 soll dieser Anteil auf 95 Prozent steigen. Dieser schrittweise Ansatz folgt auf den Rückzug der EU von einem vollständigen Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035 und setzt stattdessen auf eine schrittweise Elektrifizierung. Doch wie diese Ziele erreicht werden sollen, bleibt in der Branche umstritten.
Der Autovermieter Sixt kritisiert die Pläne als "Hintertür-Verbot für Verbrennermotoren". Unternehmenschef Konstantin Sixt rechnet mit höheren Mietpreisen und verweist auf Umsetzungsprobleme sowie steigende Betriebskosten. Seine Bedenken spiegeln eine breitere Skepsis in der Branche wider, wobei einige deutsche Politiker und Europaabgeordnete auf eine Abschwächung der Maßnahmen drängen.
Regionale Verbände wie CoRAI befürworten zwar die Dekarbonisierungsbestrebungen, bestehen aber auf mehr "Technologieoffenheit" und finanzielle Unterstützung. In einem Positionspapier betonen sie die Notwendigkeit ausbalancierter Politiken, die Wettbewerbsfähigkeit erhalten und gleichzeitig Emissionen senken. Die Verhandlungen über das Paket dauern noch an, eine finale Einigung ist bisher nicht in Sicht.
Die Elektrifizierungsziele der EU für gewerbliche Flotten stoßen in der Wirtschaft und Teilen der Politik auf Widerstand. Sollten die Regeln verabschiedet werden, würden sie den gewerblichen Transport grundlegend verändern – könnten aber auch die Kosten für Unternehmen und Verbraucher in die Höhe treiben. Das Ergebnis der laufenden Gespräche wird entscheiden, wie streng und wie schnell die Maßnahmen umgesetzt werden.






