EU startet biometrisches Grenzkontrollsystem für alle Schengen-Reisenden
Claudia FischerEU startet biometrisches Grenzkontrollsystem für alle Schengen-Reisenden
Neues digitales Grenzkontrollsystem erfasst nun Reisende im gesamten Schengen-Raum
Das Einreise-/Ausreisesystem (EES) zeichnet die Ein- und Ausreisen von Drittstaatsangehörigen in Echtzeit auf. Behörden versprechen sich davon mehr Sicherheit und weniger Betrug an Flughäfen wie Nürnberg und Memmingen.
Das EES ersetzt die bisherige Praxis des manuellen Passstempelns. Stattdessen erfasst es biometrische Daten – Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Passdetails – und speichert sie in einer zentralen EU-Datenbank. Ziel ist es, Identitäten zuverlässiger zu prüfen und Reisende zu identifizieren, die ihre erlaubte Aufenthaltsdauer überschreiten.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erklärte, das EES ergänze die verschärften Kontrollen an den Landgrenzen. Gleichzeitig ermögliche es eine engmaschigere Überwachung des Luftverkehrs, wo an großen Drehkreuzen täglich Tausende Passagiere abgefertigt werden. Allein der Flughafen Nürnberg verzeichnete 2025 mit 4,5 Millionen Reisenden einen Rekord, während Nürnberg und Memmingen zusammen jährlich über drei Millionen Schengen-Ein- und -Ausreisen abwickeln.
Da das System erst Ende 2024 in Betrieb ging, liegen für 2023 noch keine Daten vor. Die Schengen-Staaten sind auf wirksame Außengrenzkontrollen angewiesen, um die Binnenfreiheit im Raum zu gewährleisten.
Das EES ist nun voll funktionsfähig und nutzt Biometrie, um Nicht-EU-Reisende effizienter zu erfassen. Es löst die veraltete Stempelpraxis ab und hilft Behörden, Überzieher und Betrugsfälle schneller zu erkennen. Die Umstellung betrifft Millionen Passagiere, die jährlich große Flughäfen passieren.