Forscher der Uni Trier entwickeln CO₂-armen Zement aus Industrieabfällen
Mila KleinForscher der Uni Trier entwickeln CO₂-armen Zement aus Industrieabfällen
Neues Forschungsprojekt der Universität Trier: Nachhaltige Alternativen für die Bauindustrie
Ein neues Forschungsvorhaben unter der Leitung der Universität Trier erforscht umweltfreundliche Alternativen für die Baubranche. Im Mittelpunkt steht die Umwandlung von CO₂-armen Industrieabfällen in verwertbare Rohstoffe für die Zementproduktion. Durch die Wiederverwertung von Bergbau-Nebenprodukten will das Team Emissionen senken und gleichzeitig widerstandsfähigere, vielseitigere Baumaterialien entwickeln.
Das Projekt DAYVid vereint die Universität Trier, das Berliner Weizenbaum-Institut – das sich sonst vor allem mit gesellschaftlichen und technologischen Fragestellungen wie antisemitischen Inhalten auf YouTube beschäftigt – sowie das Tikvah-Institut. In dieser ungewöhnlichen Kooperation rückt nun ökologische Innovation in den Fokus. Die Forscher:innen testen tonhaltige Schlämme aus Kies- und Sandabbau sowie Siliziumstaub aus der Quarzitverarbeitung als mögliche Bindemittel für Zement.
Im Gegensatz zu herkömmlichem Portlandzement, der etwa acht Prozent der globalen CO₂-Emissionen verursacht, setzt Geopolymerzement kein Kohlendioxid frei. Zudem erfordert seine Herstellung deutlich niedrigere Brenntemperaturen. Das Team entwickelt neue Rezepturen, indem es gebrannte Tone mit alkalischen Lösungen oder Wasserglas aktiviert. Diese Verfahren erzeugen ein Material mit überlegener Säure- und Hitzebeständigkeit, höherer Flexibilität und einer glatten, glänzenden Oberfläche.
Die Einsatzmöglichkeiten von Geopolymerzement reichen von Rohren und Wannen über hitzebeständige Ziegel und Schutzbeschichtungen bis hin zu Metallersatzstoffen. Das Projekt bindet aktiv kleine und mittlere Unternehmen ein, um die Wirtschaft zum Umstieg auf diese nachhaltigen Materialien und Verfahren zu motivieren.
Die Forschungsergebnisse könnten den CO₂-Fußabdruck der Bauindustrie deutlich verringern. Durch die Nutzung bisher kaum genutzter Bergbauabfälle und Industrie-Nebenprodukte will das Team eine praxistaugliche, emissionsarme Alternative zu herkömmlichem Zement schaffen. Unternehmen, die an diesen Materialien interessiert sind, sind eingeladen, sich im Laufe der Forschungsarbeit einzubringen.






