12 April 2026, 04:06

Fünf neue Traditionen im UNESCO-Kulturerbe-Verzeichnis Deutschlands aufgenommen

Schwarz-weiß-Foto einer Stadtstraße in Windisch Feststritz, Deutschland, mit Gebäuden, Bäumen, Menschen, Karren und einem Himmel im Hintergrund.

Fünf neue Traditionen im UNESCO-Kulturerbe-Verzeichnis Deutschlands aufgenommen

Fünf neue Traditionen sind in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden. Dazu zählen nun die Straßenfußballkultur, die maßgeschneiderte Herrenschneiderei sowie die Martinsbräuche im Rheinland. Wie Behörden betonen, spiegeln diese Praktiken die lebendige kulturelle Identität des Landes wider.

Zu den Neuaufnahmen gehören außerdem die Schaustellerkultur auf Volksfesten und der kleinteilige Küstenfischfang in der Ostsee. Damit reiht sich die Liste in 173 weitere bewahrte Kulturformen ein, die in ganz Deutschland gepflegt werden. Deutschland trat 2013 dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes bei. Die Konvention, die 2003 in Paris verabschiedet wurde, zählt mittlerweile 185 Mitgliedsstaaten. Ihr Ziel ist es, über Generationen weitergegebene Traditionen zu schützen.

Bevor eine Tradition in das Verzeichnis aufgenommen wird, durchläuft sie ein strenges Prüfverfahren. Zunächst begutachtet das Fachkomitee Immaterielles Kulturerbe jeden Vorschlag. Es folgt ein mehrstufiges Auswahlverfahren.

Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, unterstrich, dass Kulturerbe dann gedeiht, wenn Menschen Traditionen im Alltag lebendig halten. Sie hob die Bedeutung der gemeinschaftlichen Mitgestaltung kultureller Praktiken hervor. Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, pflichtete ihr bei und erläuterte, dass Kulturerbe dort wächst, wo Wissen geteilt wird und Gemeinschaften sich einbringen.

Wolfram Weimer, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete das immaterielle Erbe als die "lebendige Wurzel" moderner kultureller Identität. Das nationale Verzeichnis ehrt Traditionen, die kreativ, inklusiv und innovativ sind.

Die fünf Neuzugänge umfassen ein breites Spektrum an Bräuchen: Die Bolzplatzkultur, wie der Straßenfußball auch genannt wird, findet sich nun neben dem Handwerk der Maßschneiderei (Herrenschneiderhandwerk) im Verzeichnis wieder. Ebenfalls anerkannt wurden die Martinsbräuche im Rheinland, die Schaustellertradition auf Volksfesten sowie der kleinteilige Fischfang in der Ostsee und den Boddengewässern.

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Das aktualisierte Verzeichnis umfasst nun 173 Kulturformen aus ganz Deutschland. Diese Traditionen werden durch aktive Teilhabe und Weitergabe von Wissen bewahrt. Die Verantwortlichen ermutigen weiterhin die Bevölkerung, ihr kulturelles Erbe im Alltag zu pflegen und weiterzuentwickeln.

Quelle