07 April 2026, 06:06

GDL-Chef Reißen wirft der Deutschen Bahn "Geldwäschmaschine" und Missmanagement vor

Alte Ansichtskarte zeigt den Bahnhof Germersheim in Deutschland mit einem Gebäude, Menschen, Fahrzeugen, Bäumen und einem bewölkten Himmel.

GDL-Chef Reißen wirft der Deutschen Bahn "Geldwäschmaschine" und Missmanagement vor

Mario Reißen, Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), hat Deutsche Bahn (DB) scharf kritisiert. Er bezeichnete die Finanzpraktiken des Unternehmens als "Geldwäschmaschine" und stellte jüngste Personalentscheidungen der Führungsebene infrage. Seine Äußerungen spiegeln anhaltende Bedenken hinsichtlich Ineffizienz und Missmanagement beim Bahnkonzern wider.

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Reißen richtete seinen Vorwurf insbesondere gegen die undurchsichtigen Finanzstrukturen der DB. Er wirft dem Unternehmen vor, interne Leistungen untereinander in Rechnung zu stellen und eine übermäßig hohe Zahl an Tochtergesellschaften zu unterhalten. Auf dem Höhepunkt verfügte die DB über mehr als 1.000 Beteiligungen, mittlerweile ist die Zahl auf knapp unter 600 gesunken. Solche Praktiken, so Reißen, verschleierten Verantwortlichkeiten und verschwendeten Ressourcen.

Seine Kritik erstreckte sich auch auf aktuelle Personalien, insbesondere die Berufung von Karin Dohm zur Finanzvorständin. Reißen bezeichnete sie als "offensichtlich nicht qualifiziert" und warnte, ihre Ernennung werde voraussichtlich zu weiteren Konflikten führen. Zudem hinterfragte er, warum der Fernverkehr der DB trotz Investitionen in neue Züge und moderne Infrastruktur weiterhin mit chronischen Problemen zu kämpfen habe.

Positiv hob Reißen hingegen die jüngsten Schritte von DB-Chefin Evelyn Palla zur Straffung der Führungsebene hervor. Er begrüßte ihre Entscheidung, den Umfang des Top-Managements zu halbieren, und unterstützte die Entlassungen von Sigrid Nikutta, Chefin von DB Cargo, sowie von Dohm selbst. Allerdings forderte er Palla auf, noch direkter in das Bahnsystem einzugreifen, statt sich auf Ankündigungen zu verlassen.

Reißen betonte, dass eine stärkere Unternehmensführung und klarere Managementstrukturen die Leistung der DB deutlich verbessern könnten. Produktivität und Betriebsergebnisse würden von mehr Transparenz und Effizienz profitieren, so der Gewerkschafter.

Die Äußerungen Reißens unterstreichen die tief verwurzelte Unzufriedenheit mit den finanziellen und operativen Praktiken der DB. Sein Aufruf zu Reformen erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen wegen seiner Personalentscheidungen und internen Strukturen unter verstärkter Beobachtung steht. Die Unterstützung des Gewerkschaftschefs für Pallas Umstrukturierungsbemühungen deutet darauf hin, dass noch entschlossenere Veränderungen erwartet werden.

Quelle