Geisterrad in Zwintschöna mahnt: Warum ein Radfahrer hier sterben musste
Claudia FischerGeisterrad in Zwintschöna mahnt: Warum ein Radfahrer hier sterben musste
Ein weiß gestrichenes Geisterrad steht seit dem 1. April 2026 am Friedrichsbad in Zwintschöna als stummer Mahnmal. Es erinnert an einen 64-jährigen Radfahrer, der bei einem Zusammenstoß mit einem Auto fast zehn Monate zuvor ums Leben kam. Gleichzeitig dient das Rad als Protest des ADFC Halle-Saalekreis, der dringende Verbesserungen der Verkehrssicherheit in Sachsen-Anhalt fordert.
Der tödliche Unfall ereignete sich am 20. Juni 2025 an der Kreuzung Reideburger Straße und Am Friedrichsbad. Der Radfahrer starb, nachdem er auf der Landesstraße 167 von einem Fahrzeug erfasst worden war – einer Straße, auf der Tempo 100 erlaubt ist. Der ADFC kritisiert diese hohen Geschwindigkeitsbegrenzungen als erhebliche Gefahr für ungeschützte Verkehrsteilnehmer.
Die Initiative wirft der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) vor, durch das Fehlen separater Radwege auf Landesstraßen fahrlässig zu handeln. Ohne physische Trennung seien Radfahrer dem schnellen Verkehr schutzlos ausgesetzt. Der ADFC fordert nun eine sofortige Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h an der Unfallstelle sowie den Bau einer geschützten Radspur entlang der gesamten Strecke.
Geisterräder sind weltweit als Mahnmale und Aufrufe zum Handeln anerkannt. Diese Installation steht im Zeichen der Vision Zero-Kampagne des ADFC, die sich zum Ziel gesetzt hat, Verkehrsunfälle mit Toten und Schwerverletzten vollständig zu vermeiden. Die Organisation besteht darauf, dass Sachsen-Anhalt die Sicherheit von Radfahrern priorisieren muss, bevor weitere Menschen sterben.
Das Geisterrad am Friedrichsbad markiert sowohl eine Tragödie als auch einen dringenden Appell zur Reform. Zu den Forderungen des ADFC gehören niedrigere Tempolimits und baulich getrennte Radwege auf der Landesstraße 167. Ohne diese Maßnahmen, warnt der Verband, werde es weiterhin zu ähnlichen Unfällen kommen.






