Grüne in Rheinland-Pfalz setzen auf weibliche Doppelspitze nach Wahldebakel
Claudia FischerGrüne in Rheinland-Pfalz setzen auf weibliche Doppelspitze nach Wahldebakel
Die Grünen in Rheinland-Pfalz wählen nach Wahlniederlage neue rein weibliche Doppelspitze
Nach ihrer Niederlage bei der Landtagswahl im März haben die Grünen in Rheinland-Pfalz ein neues, rein weiblich besetztes Führungsteam gewählt. Die Partei erreichte nur noch 7,9 Prozent der Stimmen und musste nach 15 Jahren ihren Platz in der Landesregierung räumen. Künftig werden Carolin Cloos und Christin Sauer die Partei als gleichberechtigte Vorsitzende in die Opposition führen.
Auf dem Landesparteitag der Grünen wurde die 36-jährige Carolin Cloos aus Worms mit 72,28 Prozent der Stimmen zur Co-Vorsitzenden gewählt. An ihrer Seite gewann die 33-jährige Mainzer Politikerin Christin Sauer mit einer absoluten Mehrheit von 63,37 Prozent. Erstmals wird der Landesvorstand der Partei damit ausschließlich von Frauen geführt.
Sauer blickt auf eine lange Karriere in der Kommunalpolitik zurück: Sie war Sprecherin der Mainzer Grüne Jugend, Stadträtin und Vorsitzende des Grünen Kreisverbands Mainz. Ihr Ziel ist es, durch verstärkten Basisbezug das Vertrauen in die Partei zurückzugewinnen. Bis 2031 will sie die Grünen wieder in die Landesregierung führen.
Die Wahl folgte auf Kritik an der bisherigen Co-Vorsitzenden Katrin Eder, der im Wahlkampf vorgeworfen worden war, sich mit der Initiative „Schwarmkraftwerk“ geschmückt zu haben – ein Projekt, das ursprünglich vom Mainzer FDP-Politiker Volker Hans ins Leben gerufen wurde. Dennoch übernimmt Eder nun den Vorsitz der Grünen-Fraktion im Landtag, wo sie zur neuen Fraktionschefin gewählt wurde.
Die bisherigen Landesvorsitzenden Paul Bunjes und Natalie Cramme-Hill zogen sich von der Spitze zurück, bleiben der Politik aber als Landtagsabgeordnete erhalten. Die Partei kündigte an, in der Opposition aktiver zu werden und zunächst die Sorgen der Bürger aufzugreifen, bevor sie politische Antworten formuliert.
Nach dem Wahldebakel steht den Grünen nun eine Phase des Neuaufbaus bevor. Mit dem neuen Führungsteam wollen sie durch verstärkte lokale Präsenz wieder Anschluss an die Wähler finden. Ob die Rückkehr in die Regierung gelingt, hängt davon ab, ob es ihnen in den kommenden sechs Jahren gelingt, das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen.






