Immer weniger Minijobber schaffen den Sprung in feste Arbeitsverhältnisse
Nina MüllerImmer weniger Minijobber schaffen den Sprung in feste Arbeitsverhältnisse
Immer weniger Beschäftigte in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, den sogenannten Minijobs, wechseln in reguläre Arbeitsverhältnisse. 2017 schafften noch über 100.000 diesen Schritt – doch bis 2022 gingen die Zahlen deutlich zurück. Kritiker fragen nun, ob die aktuelle Politik diesen Übergang wirksam fördert.
2017 wechselten 102.084 Minijob-Beschäftigte in sozialversicherungspflichtige Stellen. Im selben Jahr fanden 27,1 Prozent der Bezieher von aufstockenden Sozialleistungen einen regulären Job. Die Zahlen deuteten damals auf einen robusten Arbeitsmarkt für Geringverdiener hin.
Doch bis September 2022 hatte sich das Bild gewandelt: Nur noch 50.831 Minijob-Kräfte stiegen in reguläre Beschäftigung um – für das gesamte Jahr wurde mit etwa 67.775 Übergängen gerechnet. Auch die Quote der Aufstocker, die eine reguläre Stelle fanden, sank auf 18,6 Prozent.
Politiker bieten unterschiedliche Erklärungen für den Rückgang. Hülya Düber, CSU-Bundestagsabgeordnete, machte unzureichende Anreize im System dafür verantwortlich. Die Bundesagentur für Arbeit hingegen führte die schwächere Arbeitsmarktlage als Hauptgrund an. Jan Feser, AfD-Bundestagsabgeordneter, kritisierte die Behörde direkt und warf ihr vor, die Arbeitslosigkeit nicht wirksam zu senken.
Der Rückgang der Übergänge von Minijobs in reguläre Beschäftigung markiert eine deutliche Veränderung seit 2017. Mit weniger als 70.000 erwarteten Wechseln im Jahr 2022 diskutieren Politiker und Behörden weiterhin über die Ursachen des Trends. Die Ergebnisse dürften künftige Arbeitsmarktpolitiken und Förderprogramme prägen.






