Jens Zangenfeind gewinnt Stichwahl zum neuen Landrat von Miesbach mit 78 Prozent
Clara BraunJens Zangenfeind gewinnt Stichwahl zum neuen Landrat von Miesbach mit 78 Prozent
Jens Zangenfeind ist zum neuen Landrat des Landkreises Miesbach gewählt worden – mit einem deutlichen Sieg in der Stichwahl. Der Kandidat der Freien Wählergemeinschaft (FWG) setzte sich mit 78 Prozent der Stimmen gegen seinen CSU-Herausforderer Franz Schnitzenbaumer durch. Ursprünglich hatten sich sieben Bewerber um die Nachfolge des scheidenden Landrats Olaf von Löwis beworben, der nach einer Amtszeit nicht mehr antrat.
Die Wahl folgte auf von Löwis' Entscheidung, nach nur einer Legislaturperiode nicht erneut zu kandidieren. Sein Vorgänger, Wolfgang Rzehak von den Grünen, hatte den Landkreis von 1990 bis 2020 geführt. Unter Rzehak und später von Löwis verfolgte Miesbach einen stetig konservativen Kurs mit Schwerpunkt auf Infrastruktur, Tourismus und der Förderung lokaler Unternehmen.
Zangenfeind, der zuvor als Bürgermeister von Hausham amtierte, trat gegen den CSU-Kandidaten Franz Schnitzenbaumer an, den ehemaligen Bürgermeister von Schliersee. Schnitzenbaumer erreichte lediglich 22 Prozent der Stimmen und lag damit deutlich hinter Zangenfeinds Erdrutschsieg. Der neue Landrat setzt seine Prioritäten auf Digitalisierung und Klimaschutz, bleibt in seiner Politik jedoch eng an der langjährigen konservativen Ausrichtung des Landkreises orientiert.
Die politische Landschaft in Miesbach war jahrzehntelang von der CSU geprägt. Persönlichkeiten wie Georg Köhler, der bis 1990 regierte, gaben den Ton für spätere Amtsperioden vor. Zwar bringt Zangenfeind einen stärkeren Fokus auf Modernisierung mit, doch der Kernbereich – Wirtschaftsförderung und Tourismus – bleibt unverändert.
Sein Wahlsieg markiert einen Führungswechsel, aber keinen politischen Kurswechsel. Zangenfeind übernimmt das Amt von von Löwis, der wiederum auf Rzehaks 30-jährige Amtszeit folgte. Die Schwerpunkte des Landkreises – Infrastruktur, Tourismus und nun auch Digitalisierung – bleiben unter der neuen Führung bestehen.






