Jungheinrich kämpft mit Gewinnrückgang und überraschendem Führungsumbruch
Clara BraunJungheinrich kämpft mit Gewinnrückgang und überraschendem Führungsumbruch
Jungheinrich verzeichnet deutlichen Gewinnrückgang und Führungsumbruch
In den vergangenen Monaten musste der Industriegabelstapler-Hersteller Jungheinrich einen drastischen Gewinnrückgang und einen Wechsel in der Führungsetage verkraften. Das Unternehmen meldete für das erste Quartal einen Gewinnrückgang von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig verließ die Finanzchefin das Unternehmen, was zu einer vorübergehenden Umverteilung der Verantwortlichkeiten führte.
Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) halbierte sich in den ersten drei Monaten des Jahres. Ein Streik im Werk Lüneburg sowie ein verschärfter Wettbewerb auf dem Markt waren maßgebliche Faktoren für den Rückgang. Die finanzielle Schwächephase hat zudem das Vertrauen der Anleger erschüttert: Die Marktkapitalisierung von Jungheinrich ist seit Ende 2025 um fast 30 Prozent auf rund 2,6 Milliarden Euro geschrumpft.
Die Finanzvorständin Heike Wulff verließ das Unternehmen früher als erwartet, nachdem ihr Mandat im Vorstand nicht verlängert worden war. Als Reaktion wird Vorstandschef Lars Brzoska die Finanzgeschäfte vorläufig übernehmen, bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist.
Jungheinrich bleibt weiterhin stark in Familienhand. Die Nachkommen des Firmengründers halten über 54 Millionen nicht börsennotierte Stammaktien 53 Prozent aller Anteile – gleichmäßig aufgeteilt auf die beiden Linien der Familie des Gründers Friedrich Jungheinrich. Die 45 Millionen stimmlosen Vorzugsaktien des Unternehmens, die im MDAX gehandelt werden, befinden sich dagegen größtenteils in Streubesitz.
Nun steht das Unternehmen vor der Herausforderung, seine finanzielle Performance zu stabilisieren und gleichzeitig eine neue Finanzchefin oder einen neuen Finanzchef zu finden. Brzoskas Doppelfunktion als Vorstandsvorsitzender und interimistischer Finanzverantwortlicher wird in den kommenden Monaten entscheidend sein. Aktionäre und Analysten werden genau beobachten, wie der Führungswechsel inmitten der anhaltenden Marktprobleme verläuft.






