14 March 2026, 16:05

Jürgen Habermas stirbt mit 96 – ein Denker prägt noch immer die Demokratie

Portrait von Hermann Boerhaave, einem deutschen Philosophen, mit Text unten im Bild.

Philosoph J├╝rgen Habermas stirbt im Alter von 96 Jahren - Jürgen Habermas stirbt mit 96 – ein Denker prägt noch immer die Demokratie

Jürgen Habermas, einer der einflussreichsten Philosophen und Soziologen der Moderne, ist im Alter von 96 Jahren gestorben. Er verstarb am Samstag in Starnberg, Bayern, und hinterlässt ein Erbe, das das politische Denken über Generationen hinweg geprägt hat.

Geboren in Düsseldorf, verbrachte Habermas den Großteil seiner Karriere in Frankfurt am Main, wo er seine bedeutendsten Werke verfasste. 1964 folgte er Max Horkheimer als Professor für Philosophie und Soziologie an der Universität Frankfurt nach. Später leitete er von 1971 bis 1981 das Max-Planck-Institut zur Erforschung der wissenschaftlichen-technischen Welt.

Sein Hauptwerk Theorie des kommunikativen Handelns, das 1981 erschien, wurde zu einem Grundstein der modernen Sozialtheorie. Über die akademische Welt hinaus engagierte er sich intensiv in öffentlichen Debatten – etwa als Kritiker der Radikalisierung der 68er-Bewegung, während er gleichzeitig für vernünftigen Diskurs eintrat.

In den späten 1980er-Jahren prägte Habermas den Begriff des Verfassungspatriotismus während der hitzigen Diskussionen über deutsche Identität und die sogenannte geistig-moralische Wende. Selbst in seinen späteren Jahren blieb er eine aktive Stimme, die sich zu Europas demokratischen Herausforderungen und den politischen Grundlagen Deutschlands äußerte.

Bekannt dafür, die Grenzen der Universität zu verlassen, um sich an umstrittenen Debatten zu beteiligen, wurde er zu einem der prägendsten öffentlichen Intellektuellen seiner Zeit.

Habermas' Ideen zu Demokratie, Kommunikation und verfassungsmäßigen Werten werden auch künftig politische und philosophische Diskussionen beeinflussen. Sein Tod markiert das Ende einer Ära des kritischen Denkens, doch sein Werk bleibt für Wissenschaftler und Politiker gleichermaßen grundlegend.

Quelle