10 June 2026, 02:05

Koblenzer Eltern verzweifelt: Keine Kinderärzte mehr in Sicht

Sag 'Aaaaaah': Kinderkliniken in der Krise

Koblenzer Eltern verzweifelt: Keine Kinderärzte mehr in Sicht

Eltern in Koblenz und der Umgebung kämpfen um kinderärztliche Versorgung

Viele Familien in Koblenz und der Region finden kaum noch pädiatrische Betreuung. Lange Anfahrtswege oder direkte Absagen sind an der Tagesordnung, da lokale Praxen keine neuen Patienten mehr aufnehmen. Die Versorgungslücke führt zu wachsender Verzweiflung – manche Eltern reagieren wütend, wenn ihre Kinder nicht behandelt werden.

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Eine Kinderarztpraxis in der Bahnhofstraße in Koblenz nimmt mittlerweile keine neuen Patienten mehr an, weil die Nachfrage das Team überlastet. An einem typischen Montag werden dort rund 127 Kinder behandelt, wöchentlich sind es bis zu 500 – ohne Notfalldienste. Jede Praxis im Koblenzer Netzwerk übernimmt mindestens einen solchen Bereitschaftsdienst pro Monat, was die Arbeitsbelastung zusätzlich erhöht.

„Es fehlt an Fachpersonal“, erklärt Dr. Martin Schwenger, Arzt in der Praxis. Der Mangel an spezialisiertem Personal treibe die Krise voran. Auch umliegende Krankenhäuser hätten die Zahl der Kinderbetten reduziert, was die Situation weiter verschärfe. Manche Eltern, verzweifelt auf der Suche nach Hilfe, reagierten auf Absagen mit Drohungen oder aggressivem Verhalten.

Der CDU-Politiker Josef Oster besuchte kürzlich die Praxis, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Sein Besuch unterstrich die wachsenden Schwierigkeiten der Familien: Einige müssen mittlerweile bis zu 50 Kilometer zurücklegen, um grundlegende kinderärztliche Leistungen in Anspruch zu nehmen.

Die Kinderarztpraxis in Koblenz kann weiterhin keine neuen Patienten aufnehmen – viele Familien bleiben ohne lokale Versorgung. Personalmangel und steigende Nachfrage zwingen Krankenhäuser, Betten abzubauen, und verschlimmern das Problem. Ohne mehr Fachkräfte ist keine Besserung in Sicht.

Quelle