Koblenzer OB-Wahl: Ein Kandidat fliegt raus – und ein Außenseiter überrascht
Clara BraunKoblenzer OB-Wahl: Ein Kandidat fliegt raus – und ein Außenseiter überrascht
Überraschende Wendung im Koblenzer Oberbürgermeisterrennen: Ein Kandidat fliegt raus, ein Außenseiter sorgt für Gesprächsstoff
Die Wahl zum Oberbürgermeister in Koblenz hat eine unerwartete Wende genommen, nachdem ein Bewerber disqualifiziert wurde und ein weiterer als Überraschungskandidat in den Fokus rückte. Arian Tavasoli, ein iranischer Staatsbürger, wurde von der Wahl ausgeschlossen, weil er die Voraussetzungen für die deutsche oder EU-Staatsbürgerschaft nicht erfüllte. Gleichzeitig bringt Ralf Devant, ein weitgehend unbekannter Unabhängiger, trotz geringer Siegchancen neue Spannung in den Wahlkampf.
Ursprünglich waren vier Kandidaten für die Nachfolge der scheidenden Oberbürgermeisterin Ulrike Mohrs zugelassen worden, die am 26. März 2026 gewählt wird. Dazu zählten Tavasoli und Devant – beide eher unbekannte Persönlichkeiten. Tavasolis Kandidatur zerfiel jedoch schnell in sich, als die Behörden bestätigten, dass nur Deutsche oder EU-Bürger antreten dürfen. Seine Disqualifikation wirft nun die Frage auf, wie seine Bewerbung überhaupt zunächst genehmigt werden konnte.
Tavasoli hatte im Wahlkampf mit kühnen Versprechen auf sich aufmerksam gemacht, darunter die Zusicherung, "knapp unter einer Million Euro" an AfD-Mitglieder, Anwohner und Rentner zu verteilen. Zudem behauptete er, sich sowohl mit der AfD als auch mit der CDU verbunden zu fühlen – sein Antrag auf CDU-Mitgliedschaft war jedoch abgelehnt worden. Mit seinem Ausschluss verbleiben nun noch drei Kandidaten im Rennen.
Ralf Devant, der verbliebene Außenseiter, beschreibt sich selbst als schwerbehindert und politisch pragmatisch. Er verspricht, die Stadtverwaltung effizienter zu gestalten und für die Bürger zugänglicher zu machen. Allerdings fehlen ihm konkrete politische Konzepte, und sein geringes öffentliches Profil lässt kaum erwarten, dass er die Favoritin Dagmar Kranz (CDU) ernsthaft herausfordern wird. Dennoch hat seine Teilnahme aus einer eigentlich absehbaren Wahl eine diskutiertere Angelegenheit gemacht.
Mit Tavasolis Aus scheiden nun drei Bewerber – darunter Devant – um das Amt aus. Die Disqualifikation setzt die Stadtverwaltung unter Druck, zu erklären, wie ein unzulässiger Kandidat überhaupt auf die ursprüngliche Liste gelangt ist. Die Wahl wird zwar mit einem Namen weniger über die Bühne gehen, doch die Kontroverse könnte noch lange über den Wahltag hinaus nachwirken.