Kult-Diskothek Himmerich schließt nach 75 Jahren für immer
Die Diskothek Himmerich in Heinsberg (Nordrhein-Westfalen) hat nach 75 Jahren ihre Türen für immer geschlossen. Der plötzliche Abschied markiert das Ende einer Ära für einen Veranstaltungsort, der in seiner langen Geschichte einmal 25 Millionen Besucher anzog. Eine Online-Petition zur Rettung des Clubs hat bereits über 500 Unterschriften gesammelt.
Die Schließung steht im Zusammenhang mit einem drastischen Rückgang von Tanzlokalen in ganz Deutschland. Gab es 2015 noch 2.042 Clubs bundesweit, so ist ihre Zahl bis 2024 auf nur noch 1.070 gesunken. Die Pandemie, Dating-Apps und Streaming-Dienste haben dazu beigetragen, dass die Menschen seltener aus dem Haus gehen und stattdessen zu Hause bleiben.
Himmerich war für Meilen umher die einzige Tanzlocation – für die Anwohner gibt es kaum Alternativen. Zu den jüngsten Schließungen zählen auch der Starfish in Aachen, das Pulp in Duisburg und der Untergrund in Bochum. Viele Clubs kämpfen finanziell ums Überleben: Mehr als die Hälfte der Betreiber gibt in einer Umfrage des Branchenverbands LiveKomm an, zusätzliche Mittel zu benötigen, um weiterbestehen zu können.
Auch ein Generationswechsel könnte den Niedergang beschleunigen. Experten vermuten, dass jüngere Menschen das Feiern regelrecht "verlernt" haben und nicht mehr in der gleichen Zahl wie früher in Clubs gehen. Dieser Wandel im Freizeitverhalten lässt viele Locations leerstehen – mit der Folge, dass sie endgültig schließen müssen.
Der Verlust von Himmerich ist Teil eines bundesweiten Trends: Innerhalb von weniger als einem Jahrzehnt hat sich die Zahl der Tanzlokale halbiert. Mit immer weniger Orten zum Ausgehen drohen Gemeinden den Verlust langjähriger sozialer Treffpunkte. Die Petition zur Rettung der Diskothek zeigt, dass viele diese Räume noch schätzen – ob es jedoch ausreicht, bleibt ungewiss.






