14 March 2026, 00:08

Machtkampf im Autogewerbe: ZDK und ZVK zerstreiten sich über Reformen und Mitgliedsbeiträge

Ein Mercedes-Benz A-Klasse Hatchback auf der IAA in Frankfurt, ein schlankes, modernes Design mit glänzender schwarzer Lackierung und Chromakzenten, umgeben von einer Gruppe von Menschen.

Machtkampf im Autogewerbe: ZDK und ZVK zerstreiten sich über Reformen und Mitgliedsbeiträge

Eine grundlegende Reform des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat neue Spannungen mit seinem regionalen Pendant, dem Zentralverband Kraftfahrzeuggewerbe (ZVK), ausgelöst. Die im Januar 2024 eingeführten Änderungen zielen darauf ab, die Entscheidungsfindung zu zentralisieren und die Mitgliedsbeiträge neu zu strukturieren. Doch die Reformen haben die Gräben zwischen den beiden Verbänden weiter vertieft.

Der Konflikt gipfelt nach monatelangen Streitigkeiten über Finanzierung und Governance. Nun setzt der ZDK strengere Regeln durch und lässt die Tür für eine künftige Zusammenarbeit mit dem ZVK nur noch einen Spalt offen.

Im Oktober 2025 eskalierte der Streit, als der ZVK 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK forderte. Als Reaktion führte der ZDK eine neue Beitragsstruktur ein und brach die personellen Verbindungen in den Gremien ab. Die institutionelle Trennung wurde damit besiegelt – und beendete die bisherige enge Zusammenarbeit der beiden Organisationen.

Die Januar-Reformen veränderten auch die Arbeitsweise des ZDK grundlegend. Ausschüsse fungieren nun nur noch als beratende Gremien, während die Sprecherrechte bei der Bonner Zentrale gebündelt wurden. Die neuen Statuten sehen zudem vor, dass bei wichtigen Entscheidungen mindestens ein Vertreter der Handwerksführung einbezogen werden muss, wobei die Ernennungen über die Mitgliederversammlung erfolgen.

Um eine Isolation regionaler Innungen zu verhindern, hat der ZDK direkte Wege für Werkstätten geschaffen, sich der Bonner Organisation anzuschließen. Zudem intensiviert er die Öffentlichkeitsarbeit in betroffenen Regionen, insbesondere in Bayern und Nordrhein-Westfalen, um die Gründe und möglichen Folgen eines Austritts zu erläutern.

Während der Streit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen als rechtliches Thema an Brisanz verloren hat, bleiben tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten bestehen. Der ZDK begründet seine Reformen mit mehr Transparenz und einer besseren Abbildung der Branchenrealität. Doch eine künftige Einbindung des ZVK hängt nun davon ab, ob dieser die neue Struktur akzeptiert und die politikgestaltende Autorität der Bonner Zentrale anerkennt.

Die Umstrukturierung des ZDK markiert einen klaren Kurswechsel hin zu zentraler Steuerung und finanzieller Eigenständigkeit. Regionale Werkstätten und Betriebe stehen nun vor der Entscheidung, wie sie sich positionieren wollen. Für den ZVK wiederum ist eine Rückkehr zur Zusammenarbeit nur möglich, wenn er sich den neuen Regeln fügt und die Führungsrolle des ZDK anerkennt.

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