Mainz reformiert Tourismusförderung: Gäste zahlen künftig die Abgabe direkt
Claudia FischerMainz reformiert Tourismusförderung: Gäste zahlen künftig die Abgabe direkt
Mainz beschließt neuen Tourismus-Förderplan nach monatelangen Verhandlungen
Nach langen Gesprächen zwischen Stadtvertretern und Branchenführern hat Mainz einen neuen Förderplan für den Tourismus verabschiedet. Ab 2027 erhält der Mainzer Tourismusfonds jährlich 200.000 Euro, um die lokale Besuchswerbung zu stärken. Gleichzeitig wird die Tourismusabgabe künftig nicht mehr von Unternehmen, sondern direkt von den Übernachtungsgästen getragen.
Ursprünglich stieß der Vorschlag auf heftigen Widerstand, etwa vom Dehoga und der IHK für Rheinhessen. Durch ihren Druck wurde der Plan überarbeitet. Die neue Regelung sieht vor, dass Gäste – und nicht mehr Hotels oder andere Beherbergungsbetriebe – die Abgabe selbst entrichten.
Zudem einigten sich die Verantwortlichen darauf, die kürzlich eingeführte Beherbergungssteuer bis 2028 zu überprüfen. Dabei soll auch das von der Branche favorisierte Modell der Gästebeiträge neu bewertet werden. Während der Verhandlungen waren die Stadtvertreter aufgefordert worden, zügig alternative Lösungen zu prüfen.
Matthias Sieber-Wagner, Leiter des Mainzer Tourismusfonds, begrüßte die Förderung als „ersten Schritt in die richtige Richtung“. Die jährlichen 200.000 Euro seien sowohl ein Zeichen der Wertschätzung als auch eine wichtige Investition in die touristische Zukunft der Stadt.
Die neuen Mittel fließen ab 2027, während für das Folgejahr eine umfassende Überprüfung des Steuersystems ansteht. Durch die Umlegung der Abgabe auf Übernachtungsgäste entlastet die Regelung die lokalen Betriebe. Die Entscheidung ist das Ergebnis monatelanger Verhandlungen zwischen der Stadt und Vertretern der Tourismusbranche.






