22 March 2026, 14:06

Mainz schafft unrentables Kurzstreckenticket nach 83-Prozent-Einbruch ab

Stadtstraße mit einem Bus, der an hohen Gebäuden, Bäumen, Laternen, Ampeln, Schildern, Fußgängern auf dem Gehweg, einem Geländer und einem klaren blauen Himmel vorbeifährt.

Mainz schafft unrentables Kurzstreckenticket nach 83-Prozent-Einbruch ab

Mainz stellt Kurzstreckenticket nach jahrelangem Nachfragereinbruch ein

Nach Jahren sinkender Nachfrage hat Mainz sein Kurzstreckenticket für den Nahverkehr abgeschafft. Der Verkauf des einst beliebten Tickets für kurze Fahrten ist seit 2019 um über 80 Prozent eingebrochen. Stadtvertreter begründen den Schritt damit, dass sich der Aufwand für die Aufrechterhaltung weder für Fahrgäste noch für Betreiber noch lohne.

Der Rückgang bei den Kurzstreckentickets war dramatisch: 2019 wurden noch rund 391.000 Erwachsen-Tickets verkauft, bis 2025 sank die Zahl auf nur noch 65.000 – ein Minus von etwa 83 Prozent. Bei den Kindertickets war der Einbruch mit 88 Prozent im selben Zeitraum noch deutlicher. Als Hauptgründe nannte die Stadt die steigenden Verwaltungskosten und die immer geringer werdende Preisdifferenz zwischen Kurzstreckenfahrscheinen und Mehrfahrtenkarten.

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Die Abschaffung stößt jedoch auch auf Kritik. Die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) wandte sich nach Beschwerden verunsicherter Fahrgäste an die Stadt. Der Mainzer Verkehrsbetreiber Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) erwartet allerdings keine größeren Auswirkungen auf die allgemeine Nutzung des ÖPNV. Zudem bestätigte das Unternehmen, dass es keine Pläne gebe, ein ähnliches Ticket in Mainz oder im benachbarten Wiesbaden wieder einzuführen.

Bundesweit hat die Einführung des Deutschlandtickets im Mai 2023 die Reisegewohnheiten verändert. Bis Ende 2025 nutzten es bereits 14,6 Millionen Menschen in ganz Deutschland. Zwar gibt es keine konkreten Daten, die seinen Aufstieg mit der lokalen Ticketnachfrage in der Rhein-Main-Region in Verbindung bringen, doch in anderen Städten wie Frankfurt stiegen die Preise für Tageskarten teilweise drastisch an – etwa um 45 Prozent. Die Betreiber passen ihre Tarife damit an die monatliche Flatrate von 63 Euro an.

Das Kurzstreckenticket in Mainz ist nun Geschichte – gestrichen wegen geringer Nachfrage und hoher Kosten. Angesichts der Dominanz des Deutschlandtickets als Langzeitoption setzen lokale Anbieter auf einfachere Tarifstrukturen. Eine Nachfolgelösung ist vorerst nicht geplant, und die Verantwortlichen erwarten keine nennenswerten Beeinträchtigungen für Pendler im Alltag.

Quelle