29 April 2026, 04:18

Marathon-Theater feiert Comeback: Warum lange Stücke wieder boomen

Offenes Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" mit sichtbarem Text und einem Logo auf der Seite.

Marathon-Theater feiert Comeback: Warum lange Stücke wieder boomen

Deutsches Theater und die Tradition der Marathon-Aufführungen

Das deutsche Theater blickt auf eine jahrzehntelange Tradition langer, epischer Aufführungen zurück. Zwar setzten sich nach der Pandemie kürzere Stücke durch, doch nun kehren einige Regisseure wieder zu monumentalen Inszenierungen zurück. Beim diesjährigen Berliner Theatertreffen (1. bis 17. Mai) steht eine siebenstündige Fassung von Wallenstein auf dem Programm – und die Karten waren schnell ausverkauft.

Das Phänomen der Ultra-Langzeit-Theaterstücke ist nicht neu. Bereits 1999 dauerte Luk Percevals Schlachten beim Salzburger Festspiele zwölf Stunden. 2023 brachte das Schauspielhaus BochumDie Brüder Karamasow in einer siebenstündigen Version auf die Bühne. Und die Berliner Volksbühne plant nun eine Neuauflage von Peer Gynt, dessen erster Teil einst acht Stunden umfasste.

Während und kurz nach der Pandemie dominierten kürzere, pausenlose Stücke die Spielpläne. Die Umstellung machte das Theater zugänglicher und konkurrenzfähiger gegenüber Streaming-Diensten und anderen Unterhaltungsformaten. Doch jetzt besinnen sich einige Regisseure wieder auf das epische Format.

Nora Hertlein-Hull, Leiterin des Berliner Theatertreffens, erlebte ihre erste Ultra-Langzeit-Aufführung 2007 beim Wiener Festwochen. Trotz des Trends erfasst der Deutsche Bühnenverein keine Statistiken zu Spieldauern. In diesem Jahr präsentieren die Münchner KammerspieleWallenstein: Ein Schlachtmahl in sieben Gängen – eine siebenstündige Produktion, die beim Festival für großes Aufsehen sorgt.

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Die Rückkehr des Marathon-Theaters vereint Tradition und neuen Gestaltungswillen. Während die Pandemie-Jahre von kurzen Stücken geprägt waren, zeigen Inszenierungen wie Wallenstein, dass das Publikum nach wie vor epische Erzählformen schätzt. Angesichts ausverkaufter Festivals wie dem Theatertreffen bleibt die Nachfrage nach langen Theaterabenden ungebrochen.

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