14 March 2026, 12:06

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren in belarussischer Haft

Schwarzes und weißes Porträt von Carl Graf Bruhl, einem General des Deutschen Reichs, in einem mit Medaillen verzierten Mantel, mit einem Schriftstück unten.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren in belarussischer Haft

Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der belarussischen Oppositionsbewegung, hat den Internationalen Karlspreis nun endlich persönlich entgegengenommen. Die Auszeichnung, die ihr bereits 2022 zuerkannt wurde, würdigt ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen unter dem autoritären Regime von Alexander Lukaschenko. Die Preisverleihung fand am 14. März 2026 in Aachen statt – nur wenige Monate nach ihrer Haftentlassung im Dezember 2025.

Kolesnikowa war 2020 wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen Lukaschenko, einen der engsten Verbündeten Russlands, inhaftiert worden. Ein Gericht verurteilte sie später zu elf Jahren in einer Strafkolonie. Ihre Freilassung erfolgte Ende 2025 im Rahmen einer Vereinbarung, die auf US-Druck hin 120 politische Gefangene freikam.

Bei der Feier im Krönungssaal zu Aachen bezeichnete Armin Laschet, Vorsitzender des Karlspreis-Direktoriums, ihre Anwesenheit als ein kraftvolles Zeichen der Solidarität. Er lobte ihren "außergewöhnlichen Mut", mit dem sie sich für demokratische Rechte einsetze. Der Preis ehrt ihren langjährigen Kampf gegen Lukaschenkos Regierung, die Belarus seit Jahrzehnten mit harter Hand regiert.

Nach ihrer Freilassung erhielt Kolesnikowa in Deutschland politisches Asyl. Sie schließt sich damit anderen exilierten Belarussen an, darunter die Oppositionsführerin Swjatlana Zichanouskaja, die von Warschau aus weiterhin wöchentliche Proteste organisiert. Bei diesen Kundgebungen wird die Freilassung der noch in Belarus inhaftierten politischen Gefangenen gefordert.

Die Verleihung des Karlspreises stellt einen seltenen Moment der Anerkennung für Kolesnikowas jahrelangen Widerstand dar. Ihre Freilassung und das Asyl in Deutschland bieten ihr nach Jahren in Haft ein Maß an Sicherheit. Dennoch bleibt Lukaschenkos Regierung an der Macht – und viele politische Gefangene sitzen weiterhin hinter Gittern.

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