Mobbing-Vorwürfe gegen NRW-Bauministerin: Scharrenbach räumt Führungsfehler ein
Claudia FischerScharrenbach bietet Mitarbeitern nach Vorwürfen Gespräche an - Mobbing-Vorwürfe gegen NRW-Bauministerin: Scharrenbach räumt Führungsfehler ein
NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert: Mobbing und Machtmissbrauch in ihrem Ressort. Berichte des WDR und des Spiegel enthüllten Hinweise auf ein toxisches Arbeitsklima, in dem betroffene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Angst und Einschüchterung beschreiben.
Die Ministerin reagierte nun mit dem Angebot zu direkten Gesprächen mit den Beschäftigten und räumte Fehler in ihrer Führungsweise ein.
Laut einem Bericht des Spiegel von Januar 2025 hatte ein Personalvertreter Nathanael Liminski, den Chef der Staatskanzlei, über Fehlverhalten in Scharrenbachs Ministerium informiert. Liminski bestätigte später, dass im Zuge der Umstrukturierung der Digitalverwaltungsabteilung Fragen aufgetaucht seien, die er mit der Ministerin und Staatssekretär Daniel Sieveke besprochen habe.
Ein internes Schreiben, das dem Spiegel vorliegt, beschreibt die Stimmung im Ministerium als von "Angst und Einschüchterung" geprägt. Ein hochrangiger Beamter wurde mit den Worten zitiert: "Diese Frau hat mich zerstört." Die Vorwürfe wurden vor der Bundestagswahl 2025 bekannt und setzten die Ministerin zusätzlich unter Druck.
Scharrenbach äußerte sich am Donnerstag öffentlich zu den Kritikpunkten und gestand Fehler in ihrem persönlichen Arbeitsstil ein. Die Rückmeldungen hätten sie tief betroffen, sagte sie. Um die Probleme anzugehen, hat sie gemeinsame Gespräche mit betroffenen Mitarbeitenden initiiert – unter Einbindung des Betriebsrats.
Zudem stellte sich die Ministerin persönlich für Austausch zur Verfügung und betonte, wie wichtig es sei, die Sorgen der Belegschaft ernst zu nehmen. Bis März 2026 gab es jedoch keine öffentlichen Hinweise auf konkrete Verbesserungen der Arbeitsbedingungen im Ministerium.
Das Bauministerium hat zwar Schritte eingeleitet, um die Führungsprobleme durch direkten Dialog mit den Beschäftigten zu lösen. Die Vorwürfe bleiben jedoch weiter Gegenstand der Prüfung – über nachweisbare Veränderungen im Arbeitsklima wurde bisher nichts bekannt. Scharrenbachs Bereitschaft zum Gespräch deutet allerdings auf anhaltende Bemühungen hin, die von der Belegschaft vorgebrachten Missstände zu beheben.






