14 April 2026, 18:07

NDR kämpft um unzensierte Reschke-Fernsehen-Reportage über Julian Reichelt

Schwarze und weiße Zeichnung einer vollen Gerichtsszene mit Menschen, die stehen und auf dem Boden sitzen, betitelt mit 'Der Prozess der britischen Armee in London, England'.

NDR kämpft um unzensierte Reschke-Fernsehen-Reportage über Julian Reichelt

Der Rechtsstreit um eine umstrittene Sendung von Reschke Fernsehen aus dem Jahr 2023 flammt erneut auf. Die im ARD ausgestrahlte Reportage warf dem Journalisten Julian Reichelt Fehlverhalten vor – darunter Affären mit Untergebenen und die Nötigung von Frauen zu sexuellen Beziehungen. Nun unternimmt der Sender NDR Schritte, um die zensierten Passagen des Beitrags wiederherzustellen, nachdem Reichelt mit einer einstweiligen Verfügung die Streichung zentraler Abschnitte durchgesetzt hatte.

Die ursprünglichen Ermittlungen gegen Reichelt begannen 2022, nachdem Der Spiegel über den Fall berichtet hatte. Doch das Verfahren zog sich über Jahre hin – ein Beispiel für die oft kritisierte Langsamkeit des deutschen Justizsystems. Eine endgültige Klärung wird nun erst für 2026 erwartet.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Im Mittelpunkt des Streits steht der Reschke-Fernsehen-Bericht von 2023, in dem detailliert Vorwürfe gegen Reichelt erhoben wurden, den ehemaligen Chefredakteur der Bild. Die Sendung behauptete, er habe Beziehungen zu jüngeren Mitarbeiterinnen unterhalten und seine Position ausgenutzt, um Frauen unter Druck zu setzen. Kurz nach der Ausstrahlung erwirkte Reichelt eine einstweilige Verfügung, die ARD zwang, Teile des Beitrags zu entfernen oder zu schwärzen. Die ungekürzte Fassung ist seitdem nicht mehr in der ARD-Mediathek abrufbar.

Mehrere Frauen, die im Rahmen der internen Untersuchungen des Axel-Springer-Verlages aussagten, sollen berufliche Konsequenzen erlitten haben. Nun treibt NDR ein vollständiges Gerichtsverfahren voran, um die zensierten Inhalte wieder zugänglich zu machen. Der Sender plant, Zeugen zu laden – darunter eine Frau, die behauptet, Reichelt habe sie zu einer sexuellen Beziehung gedrängt. Warum der NDR den Fall weiterverfolgt, wurde jedoch nicht erklärt.

Reichelt weist die Vorwürfe seit jeher zurück. Er stellt sich als Opfer einer politisch motivierten Kampagne dar und behauptet, die Anschuldigungen seien haltlos. Trotz seiner Dementis zieht sich das Verfahren in die Länge – ein typisches Beispiel für die Verzögerungen, die in Presserechtsfällen in Deutschland häufig auftreten.

Die sogenannte Reichelt-Affäre wurde 2022 erstmals öffentlich, als Der Spiegel seine Recherchen veröffentlichte. Doch selbst vier Jahre später ist der Fall noch immer nicht abgeschlossen; die gerichtliche Auseinandersetzung dauert voraussichtlich bis 2026 an.

Mit der Entscheidung des NDR, gegen die Schwärzungen vorzugehen, wird der Fall erneut vor Gericht landen. Zeugenaussagen – darunter die der Frau, die Nötigung vorwirft – werden eine zentrale Rolle spielen. Das Urteil könnte entscheiden, ob der ursprüngliche Reschke-Fernsehen-Bericht vollständig wiederhergestellt wird – oder ob die zensierten Passagen dauerhaft unterdrückt bleiben.

Bis dahin bleibt die Sendung teilweise unzugänglich, und der Rechtsstreit geht weiter. Die abschließende Entscheidung, die für 2026 erwartet wird, wird das Ende eines Verfahrens markieren, das sich seit den ersten Vorwürfen hinzieht.

Quelle