29 April 2026, 02:13

Neue Inflationswelle droht: 4,6 Prozent im Dezember 2024 erwartet

Euro-Zeichen vor dem Hauptquartier der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, Deutschland, mit umliegenden Bäumen und bewölktem Himmel.

Neue Inflationswelle droht: 4,6 Prozent im Dezember 2024 erwartet

Deutschland steht Ende 2024 vor einer weiteren Welle steigender Preise – die Inflationsrate könnte im Dezember auf 4,6 Prozent klettern. Der erneute Anstieg folgt auf eine Phase sinkender Kosten, doch neue wirtschaftliche Belastungen haben die Prognosen nach oben getrieben. Experten warnen, dass schwaches Wachstum und höhere Lebenshaltungskosten Haushalte und Unternehmen gleichermaßen vor neue Herausforderungen stellen könnten.

Die aktuellen Inflationsprognosen stammen vom Deutschen Wirtschaftsinstitut (IW), das seine Schätzungen auf Preisentwicklungen während der Energiekrise 2022 stützt. Damals hatte die Teuerung mit über 10 Prozent ihren Höhepunkt erreicht, der Jahresdurchschnitt lag bei 6,9 Prozent. Nun geht das IW davon aus, dass sich die durchschnittliche Rate bis 2026 bei 3,5 Prozent einpendeln wird – ein Anstieg gegenüber der noch vor wenigen Monaten prognostizierten Marke von 2,7 Prozent.

Haupttreiber der erneuten Preissprünge ist die eskalierende Krise im Persischen Golf. Nach einem US-Angriff auf den Iran verschärften sich die Spannungen, was die globalen Energiemärkte durcheinanderbrachte und die Kosten in die Höhe trieb. Als Reaktion hat die Bundesregierung vorübergehende Entlastungsmaßnahmen beschlossen, darunter eine Kraftstoffpreissenkung ab dem 1. Mai. Zudem dürfen Unternehmen ihren Beschäftigten eine steuerfreie Prämie von bis zu 1.000 Euro zahlen.

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Doch einige Ökonomen halten diese Schritte für unzureichend. Markus Demary, Geldpolitik-Experte des IW, warnte, dass die Kombination aus Inflation und schwacher Konjunktur einkommensschwache Familien besonders hart treffen werde. Er schlug vor, das Pendlerpauschale zu erhöhen, um die Belastung zu mildern. Das IW wies zudem darauf hin, dass die Europäische Zentralbank (EZB) möglicherweise erneut eingreifen müsse – ähnlich wie 2022, als sie ihre Geldpolitik umkehrte, um die galoppierende Teuerung einzudämmen.

Die Inflationsprognose für Dezember liegt nun bei 4,6 Prozent, auch die langfristigen Erwartungen wurden nach oben korrigiert. Mit vorübergehenden Entlastungen wie Kraftstoffrabatten und steuerfreien Bonuszahlungen soll die Wirkung abgemildert werden. Experten betonen jedoch, dass weitere Maßnahmen nötig sein könnten, falls sich die wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert.

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