Neues "Recht auf Reparatur"-Gesetz: Mehr Nachhaltigkeit oder halbherziger Kompromiss?
Claudia FischerNeues "Recht auf Reparatur"-Gesetz: Mehr Nachhaltigkeit oder halbherziger Kompromiss?
Der Bundeskabinett hat ein neues "Recht auf Reparatur"-Gesetz verabschiedet, das Reparaturen für Verbraucher zugänglicher machen soll. Der von Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) vorgelegte Gesetzentwurf zielt darauf ab, die Lebensdauer von Produkten zu verlängern. Kritiker monieren jedoch, die Maßnahmen gingen nicht weit genug, um die Erschwinglichkeit oder die geplante Obsoleszenz wirksam zu bekämpfen.
Der von Hubig eingebrachte Vorschlag erhielt am Mittwoch grünes Licht vom Kabinett. Er ist Teil einer umfassenderen Initiative, um Abfall zu reduzieren und Verbraucher darin zu bestärken, die Nutzungsdauer ihrer Geräte zu verlängern.
Die Linke übt scharfe Kritik und bezeichnet das Gesetz als unzureichend. Janis Ehling, Bundesgeschäftsführer der Partei, argumentiert, ein Recht auf Reparatur nütze wenig, wenn die Kosten für die meisten Menschen zu hoch blieben. Er bestehe darauf, dass Reparaturen stets günstiger sein müssten als der Neukauf eines Geräts.
Ehling fordert zudem strengere Regeln gegen geplante Obsoleszenz, die er als "berechnerten Betrug" brandmarkt, der rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen müsse. Hersteller seien seiner Ansicht nach verpflichtet, Produkte so zu gestalten, dass sie leichter reparierbar seien – mit leicht verfügbaren Ersatzteilen, regelmäßigen Software-Updates und klaren Reparaturanleitungen. Ohne solche Änderungen, so Ehling, werde das Gesetz sein Ziel verfehlen, Reparaturen tatsächlich bezahlbar zu machen.
Die beschlossene Regelung tritt nun ohne konkrete Vorgaben der EU-Kommission zur Ächtung geplanter Obsoleszenz in der Elektronikbranche in Kraft. Die Linke setzt sich weiterhin für schärfere Maßnahmen ein, darunter niedrigere Reparaturkosten und Strafen für Hersteller, die die Lebensdauer von Produkten künstlich verkürzen. Die Debatte zeigt die anhaltenden Spannungen zwischen Verbraucherrechten und den Praktiken der Industrie auf.






