Neuköllns Bürgermeister Hikel rügt eigene Nachfolgerin wegen Israel-Posts auf Instagram
Clara BraunNeuköllns Bürgermeister Hikel rügt eigene Nachfolgerin wegen Israel-Posts auf Instagram
Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel hat die von seiner eigenen Partei aufgestellte Kandidatin für seine Nachfolge offiziell gerügt. Janine Wolter, die Bezirksstadträtin für Bildung, geriet wegen ihrer Instagram-Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt in die Kritik. Streitpunkt sind Inhalte, die sie im Oktober 2025 über die Abfangaktion der israelischen Marine gegen eine Schiffskonvoi geteilt hatte.
Die Neuköllner SPD-Führung hatte Wolter zunächst als Hikels Nachfolgerin nominiert; ihre Kandidatur wurde später auf einem Parteitag bestätigt.
Der Konflikt eskalierte, als Hikel entdeckte, dass Wolter Beiträge eines politischen Influencers gelikt oder geteilt hatte, der für einseitige Israel-Kritik bekannt ist. Die Posts bezogen sich auf die Abfangaktion der israelischen Marine gegen die „Global Sumud Flotilla“ im Oktober 2025. Hikel erteilte Wolter eine offizielle Rüge mit der Begründung, ihr Verhalten habe nicht die notwendige Zurückhaltung und Neutralität bewiesen, die von einer Bezirksstadträtin erwartet werde.
Wolter reagierte mit der Aussage, sie habe die Ansichten des Influencers nicht näher geprüft. Zudem versprach sie, künftig keine Inhalte von ihm mehr zu teilen.
Kurz darauf kündigte Hikel an, nicht mehr als Bezirksbürgermeister kandidieren zu wollen. Als Grund nannte er mangelnde Rückendeckung in der eigenen Partei.
Die Rüge unterstreicht die Spannungen innerhalb der Neuköllner SPD über den Umgang mit sozialen Medien und die politische Ausrichtung. Wolters Kandidatur bleibt zwar bestätigt, doch der Vorfall lenkt die Aufmerksamkeit auf die Erwartungen, die an Amtsträger in ihrer Online-Präsenz gestellt werden. Hikels Rückzug zwingt die Partei nun, ihren Führungswechsel unter Beobachtung zu gestalten.
