15 March 2026, 08:06

Nouripour fordert radikale Wahlreform: Ein Tag für alle Landtagswahlen

Eine Deutschlandkarte mit roten und blauen Provinzen, die die Ergebnisse der Wahl 2016 zeigen, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahldatums.

Nouripour fordert Fortschritt bei der Zusammenlegung von Wahlterminen - Nouripour fordert radikale Wahlreform: Ein Tag für alle Landtagswahlen

Bundestagsvizpräsident Omid Nouripour schlägt grundlegende Reformen des deutschen Wahlsystems vor. Der Grünen-Politiker will, dass alle Landtagswahlen an einem einzigen Tag stattfinden. Zudem strebt er eine Begrenzung der Amtszeit des Bundeskanzlers auf zwei Legislaturperioden an und plädiert für eine Verlängerung der Amtszeit der Bundesregierung auf fünf Jahre.

Mit seinem Vorstoß will Nouripour dem "endosen Wahlkampf und der ständigen Zuspitzung" entgegenwirken, die durch die verstreuten Wahltage verursacht werde. Seine Ideen stoßen bereits auf überparteiliches Interesse – auch bei SPD und CDU.

Im Mittelpunkt von Nouripours Plan steht eine Straffung des deutschen Wahlkalenders. Bisher finden Landtagswahlen zu unterschiedlichen Zeitpunkten statt, was zu häufigen Wahlkampfphasen führt. Durch die Bündelung auf einen einzigen Tag, so sein Argument, ließe sich eine Überlappung von Wahlkämpfen vermeiden – und die politische Ermüdung der Wähler verringern.

Der Grünen-Chef will zudem die Amtszeit auf Bundesebene reformieren. Eine Verlängerung der Legislaturperiode von vier auf fünf Jahre würde Deutschland an viele andere Demokratien angleichen. Darüber hinaus schlägt er vor, die Amtszeit des Kanzlers auf zwei Perioden zu begrenzen – eine Regelung, die es etwa für das US-Präsidentenamt bereits gibt.

Unterstützung für die Pläne kommt aus unerwarteten Reihen. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf zeigte sich offen für einen einheitlichen Landtagswahltermin. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann ging noch einen Schritt weiter und sprach sich explizit für den Vorschlag aus. Nouripour betont, dass zwar Bedenken der Länder berechtigt seien, diese aber mit politischem Willen gelöst werden könnten.

Ein weiterer Streitpunkt sind vorgezogene Neuwahlen. Nouripour sieht darin eine Störung der geplanten Wahlzyklen und eine Quelle der Instabilität. Seine Reformen zielen darauf ab, solche Szenarien zu verhindern und eine verlässlichere Regierungsführung zu gewährleisten.

Der Vorschlag wird nun zwischen Bund und Ländern diskutiert. Sollte er umgesetzt werden, wäre dies ein bedeutender Wandel in der Organisation deutscher Wahlen. Die Änderungen könnten die Wahlmüdigkeit verringern und für stabilere politische Abläufe sorgen.

Nouripours Plan hat bereits eine Debatte über Parteigrenzen hinweg ausgelöst. Sein Erfolg hängt davon ab, ob sich Länder und Bundespolitiker auf einen gemeinsamen Weg verständigen können.

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