Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – und setzt auf freiwillige Bundeswehr
Clara BraunPistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – und setzt auf freiwillige Bundeswehr
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat eine Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht in Deutschland ausgeschlossen. Als Hauptgründe nannte er fehlende Ausbilder und unzureichende Infrastruktur. Die freiwillige Rekrutierung soll weiterhin die Zukunft der Bundeswehr prägen.
Pistorius bestätigte, dass eine generelle Wehrpflicht nicht zur Debatte stehe. Auch eine bedarfsgesteuerte Auswahlmusterung sei vorerst vom Tisch. Die Ampelkoalition habe sich darauf verständigt, dass Anpassungen nötig werden könnten, falls später mehr Stellen als qualifizierte Bewerber zur Verfügung stehen.
Der Minister zeigte sich mit seiner aktuellen Rolle zufrieden. Eine Kandidatur als SPD-Kanzlerkandidat strebt er nicht an. Seine Prioritäten liegen weiterhin in der Verteidigungspolitik, darunter die deutsch-französische Zusammenarbeit nach dem Scheitern des FCAS-Programms.
Ein neuer Runden Tisch soll das Know-how der Automobilindustrie nutzen, um die Rüstungsbranche zu stärken. Dies erfolgt vor dem Hintergrund des Ausbauplans der Bundeswehr und der behördlichen Überwachung der Fortschritte. Aktuelle Rückschläge wie das Scheitern des Fregattenprojekts F126 hatten Kosten von über 18 Milliarden Euro offenbart.
Die Regierung wird die Personalgewinnung und Rüstungsvorhaben weiterhin genau beobachten. Unmittelbare Änderungen bei der Wehrpflicht sind nicht geplant. Der Fokus bleibt auf dem freiwilligen Wehrdienst und der Zusammenarbeit mit der Industrie, um die Herausforderungen bei Personal und Ausrüstung zu bewältigen.
