"Radikal Jung" bricht mit Theaterkonventionen und setzt auf Publikum als Mitspieler
Clara Braun"Radikal Jung" bricht mit Theaterkonventionen und setzt auf Publikum als Mitspieler
Das Münchner Volkstheater veranstaltet die 20. Ausgabe von Radikal Jung, einem Festival, das sich jungen Regisseur:innen widmet. Die diesjährige Veranstaltung stellt sich dem Elitedenken und der oft mangelnden Zugänglichkeit des zeitgenössischen Theaters entgegen. Mit einem mutigen Mix aus Aufführungen will es Erwartungen aufbrechen und das Publikum auf neue Weise einbinden.
Den Auftakt macht Antigone – eine frische Interpretation der griechischen Tragödie von Roland Schimmelpfennig. Unter der Regie von Mikheil Charkviani verbindet die Produktion antike Mythen mit modernen politischen Protesten. Die Wahl dieses klassischen Stoffs setzt einen provokanten Ton für das gesamte Festival.
Eine fünfköpfige Jury wählte insgesamt zwölf Werke aus, die von Sprechtheater über zeitgenössische Oper bis hin zu konzeptuellen Stücken und Tanz reichen. Darunter ist Unrest der Group Crisis, eine interaktive Tanz-Theater-Performance, die aus Zuschauer:innen aktive Mitwirkende macht.
Radikal Jung hebt sich dadurch ab, dass es das Publikum nicht isoliert, sondern mitten ins Geschehen zieht und traditionelle Barrieren abbaut. Das Engagement für Inklusion beschränkt sich nicht auf die Bühne – das Festival vereint etablierte Institutionen mit basisdemokratischen Kollektiven.
Alle Produktionen werden von jungen Regisseur:innen geleitet und unterstreichen so das Anliegen des Festivals, neuen Stimmen eine Plattform zu bieten. Durch die Vermischung verschiedener Kunstformen stellt es sich der selbstgefälligen Haltung entgegen, die in Theaterkreisen oft zu beobachten ist.
Die 20. Ausgabe von Radikal Jung läuft im Münchner Volkstheater mit einem Programm, das Konventionen sprengt. Es bringt vielfältige Aufführungen zusammen – alle unter der Leitung aufstrebender Regietalente. Der Fokus auf Publikumseinbindung und politische Relevanz macht das Festival zu einem Höhepunkt im diesjährigen Kulturkalender.






