11 April 2026, 12:07

Rentner-Apotheker wehren sich gegen 40-Euro-Quartalsgebühr mit kreativen Tricks

Ein Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Rentner-Apotheker wehren sich gegen 40-Euro-Quartalsgebühr mit kreativen Tricks

Neue Quartalsgebühr von 40 Euro: Rentner-Apotheker protestieren bundesweit

Eine neu eingeführte Quartalsgebühr von 40 Euro für berentete Apotheker hat in ganz Deutschland massiven Widerstand ausgelöst. Fast 25.000 Apotheker gingen in mehreren Städten auf die Straße, nachdem die Landesapothekerkammer Hessen (LAK) die Abgabe beschlossen hatte. Unterdessen kämpfen die Behörden mit der Eintreibung der Gebühren – manche Senioren gehen dabei zu kreativen Mitteln, um die Zahlung zu umgehen.

Die Eintreibungsaktion, intern unter dem Codenamen "Aktion Abendsonne" (KoReLa) geführt, wird von Friedrich Geerth geleitet, dem zuständigen Abteilungsleiter. Sein Team beauftragte den jungen Mitarbeiter Leon-Luca Wagner-Neumann damit, die seit 1972 approbierte Apothekerin Dr. Roswitha Hinkebein ausfindig zu machen. Wagner-Neumann verbrachte einen ganzen Tag mit der Suche – er besuchte ihr Zuhause, einen örtlichen Park, ihre ehemalige Apotheke, einen Metzgerstand, einen Kochkurs und sogar einen Senioren-Nachmittag im Gemeindehaus.

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Dr. Hinkebein entzog sich schließlich der Zahlung, indem sie sich in einen Reisebus zur Lüneburger Heide setzte – für einen Kaffee-und-Kuchen-Ausflug. Auch telefonische Eintreibungsversuche scheiterten, da viele ältere Apotheker sich weigern oder schlicht nicht über die technische Ausstattung verfügen, um die Gebühr zu begleichen.

Angesichts der massiven Kritik startete die Taskforce eine "Service-Offensive", um die Wogen zu glätten. Senioren werden nun Vergünstigungen wie VHS-Kurse, Aqua-Fitness-Stunden oder ein ermäßigtes Nahverkehrsticket angeboten. Die Maßnahme fällt in eine Phase, in der die Gesundheitsfinanzkommission weitreichende Sparvorschläge vorbereitet – mit Einsparungen in Höhe von zehntausenden Millionen im Gesundheitssektor.

Ärzte warnen bereits, sie könnten ihre Sprechzeiten reduzieren, falls ihre Honorare gekürzt werden. Der Streit um die Gebühr offenbart die wachsenden Spannungen bei der Reform der Gesundheitsfinanzierung.

Die 40-Euro-Abgabe ist zum Zankapfel geworden: Während sich berentete Apotheker weigern zu zahlen, tun sich die Behörden schwer mit der Durchsetzung. Die Proteste und Ausweichstrategien zeigen, wie tief der Widerstand gegen die neuen Belastungen sitzt. Die Versuche der Regierung, mit Zusatzleistungen die Gemüter zu beruhigen, haben den Konflikt bisher nicht entschärft.

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