Sachsen-Anhalt setzt 2023 Dutzende in Abschiebungshaft – neues Zentrum soll 2027 Abhilfe schaffen
Clara Braun37 Menschen in Sachsen-Anhalt 2025 zur Abschiebung festgenommen - Sachsen-Anhalt setzt 2023 Dutzende in Abschiebungshaft – neues Zentrum soll 2027 Abhilfe schaffen
Sachsen-Anhalt nahm 2023 37 Menschen in Abschiebungshaft – 23 weitere in kurzfristiger Vorabschiebungshaft
Im vergangenen Jahr ließ Sachsen-Anhalt 37 Personen in Abschiebungshaft nehmen, während weitere 23 für kurze Zeit in Vorabschiebungshaft festgehalten wurden. Da das Bundesland über keine eigenen Haftplätze verfügt, müssen die Behörden die Inhaftierten in andere Regionen verlegen. Abhilfe soll hier ein neues Zentrum in Volkstedt schaffen, das voraussichtlich Ende 2027 eröffnet wird.
Die meisten der 2023 Inhaftierten stammten aus Syrien und dem Irak – darunter sechs Syrer und vier Iraker. Hauptgrund für die Inhaftierung war in den meisten Fällen die Fluchtgefahr vor einer drohenden Abschiebung.
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 576 ausländische Staatsbürger aus Deutschland zwangsweise abgeschoben, während 1.027 andere das Land freiwillig verließen. Während Vorabschiebungshaft meist nur kurz andauert, können sich Abschiebungshaftzeiten über Monate erstrecken.
Da Sachsen-Anhalt über keine eigene Abschiebeeinrichtung verfügt, werden die Betroffenen derzeit in Haftanstalten anderer Bundesländer untergebracht. Das geplante Zentrum in Volkstedt, dessen Eröffnung für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen ist, soll diese Praxis beenden.
Die neue Einrichtung in Volkstedt zielt darauf ab, die Abhängigkeit von externen Haftplätzen zu verringern. Bis zu ihrer Inbetriebnahme wird Sachsen-Anhalt die Inhaftierten weiterhin in andere Bundesländer verlegen. Daten zu den Haftzahlen von 2023 oder den häufigsten Herkunftsländern der Betroffenen wurden von den Behörden nicht veröffentlicht.