Sachsen lockt ausländische Absolventen mit Rückerstattung der Studienkosten an
Claudia FischerSachsen lockt ausländische Absolventen mit Rückerstattung der Studienkosten an
Deutschland steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen – darunter ein mögliches verlorenes Jahrzehnt beim realen Wirtschaftswachstum. Eine vorgeschlagene Lösung sieht vor, mehr internationale Studierende anzuziehen, um den Arbeitsmarkt zu stärken. Aktuelle Studien zeigen, dass diese Studierenden langfristige finanzielle Vorteile bringen und gleichzeitig Fachkräftelücken schließen könnten.
Sachsen hat nun einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der ausländische Absolventen dazu ermutigen soll, in der Region zu bleiben und zu arbeiten. Eine Untersuchung ergab, dass jede Gruppe von 1.000 internationalen Studierenden über 44 Jahre hinweg 620 Millionen Euro zur deutschen Wirtschaft beiträgt. Der Jahrgang 2022 allein erbrachte einen öffentlichen Überschuss von 7,36 Milliarden Euro. Allerdings geben deutsche Steuerzahler derzeit etwa 11.000 Euro pro Studierenden und Jahr für deren Ausbildung aus.
Die meisten europäischen Länder erheben von internationalen Studierenden zusätzliche Gebühren, doch Deutschland hat darauf weitgehend verzichtet. Baden-Württemberg bildet eine Ausnahme: Seit dem Wintersemester 2017/2018 zahlen Studierende aus Nicht-EU-Ländern 1.500 Euro pro Semester. Kritiker warnen, dass die Einführung von Gebühren Bewerber abschrecken und während des Studiums finanzielle Hürden schaffen könnte.
Um bis 2035 eine stabile Arbeitskraft zu sichern, benötigt Deutschland jährlich etwa 400.000 Netto-Zuwanderer. Die Öffnung der Hochschulen für ausländische Studierende könnte helfen, junges Talent für qualifizierte Positionen zu gewinnen. Sachsens neuer Vorschlag sieht vor, dass internationale Absolventen, die im Land bleiben und arbeiten, ihre Studienkosten zurückerstatten können.
Die wirtschaftliche Bedeutung internationaler Studierender ist offensichtlich – jeder Jahrgang bringt langfristige Gewinne. Sachsens Gesetzesinitiative zielt darauf ab, mehr Absolventen in der Region zu halten, während andere Bundesländer die Risiken von Studiengebühren abwägen.
Ohne ausreichend Fachkräfte könnte das deutsche Wirtschaftswachstum weiter gebremst werden. Die Politik steht vor der Aufgabe, Finanzierungsbedarf und das Ziel, Talente zu gewinnen und zu halten, in Einklang zu bringen.






