"Scientology-Speedrun"-Trend: Warum Jugendliche in Berlin illegal in Kirchen einbrechen
Clara Braun"Scientology-Speedrun"-Trend: Warum Jugendliche in Berlin illegal in Kirchen einbrechen
Gefährlicher TikTok-Trend: „Scientology-Speedrun“ erreicht Deutschland
Ein riskanter TikTok-Trend mit dem Namen „Scientology-Speedrun“ breitet sich in Deutschland aus. Jugendliche dringen in Scientology-Zentren ein und filmen ihre Versuche, in tiefere Bereiche der Gebäude vorzudringen. Die Herausforderung begann in den USA, hat nun aber auch Städte wie Berlin, Stuttgart und Hamburg erreicht.
Der erste bekannte Vorfall in Deutschland ereignete sich im Scientology-Zentrum an der Otto-Suhr-Allee in Charlottenburg. Seitdem greift die Polizei ein, um weitere Einbrüche zu verhindern, und warnt die Beteiligten vor rechtlichen Konsequenzen.
Der Trend funktioniert wie ein „Speedrun“ aus Videospielen: Die Teilnehmer versuchen, so weit wie möglich in die Gebäude vorzudringen, wobei jede Etage als neues „Level“ gilt. Sicherheitskräfte agieren dabei wie Hindernisse – ähnlich nicht spielbaren Charakteren in Computerspielen.
Eine Berliner Bloggerin, bekannt als @larahertha, organisierte einen solchen „Speedrun“ in der Charlottenburger Kirche. Die Polizei drohte ihr später mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Nach deutschem Recht kann unerlaubtes Betreten mit Geldstrafen oder sogar bis zu einem Jahr Haft bestraft werden.
Scientology, eine in Deutschland kleine, aber umstrittene Gruppe, zählt etwa 3.600 Mitglieder. Ihre Lehren konzentrieren sich darauf, durch eigene Methoden „Clears“ – vermeintlich perfektionierte Menschen – zu erschaffen. Wer diesen Zustand nicht erreicht, wird in der Hierarchie der Organisation niedriger eingestuft.
Der Trend hat in den USA bereits dazu geführt, dass einige Scientology-Zweige ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft haben. Nun richten deutsche Teilnehmer ihr Augenmerk auf neue Ziele – darunter auch das Bundestagsgebäude in Berlin.
Die Polizei warnt, dass weitere Einbrüche mit rechtlichen Schritten geahndet werden. Dennoch verbreiten sich online weiterhin Videos, die zu neuen „Speedruns“ aufrufen und andere zum Mitmachen animieren.
Der „Scientology-Speedrun“-Trend hat bereits zu Festnahmen, polizeilichen Verwarnungen und verstärkten Sicherheitsmaßnahmen an betroffenen Orten geführt. Da Hausfriedensbruch in Deutschland mit Geldstrafen oder Haft bestraft werden kann, riskieren die Teilnehmer erhebliche Konsequenzen. Die Behörden beobachten die Lage genau, während Organisatoren weitere Einbrüche planen.






