Spritpreise explodieren: Warum Steuern und Abgaben Autofahrer in Deutschland besonders belasten
Claudia FischerSpritpreise explodieren: Warum Steuern und Abgaben Autofahrer in Deutschland besonders belasten
Spritpreise in Deutschland steigen weiter stark – und setzen Autofahrer und Unternehmen unter Druck
Die Bundesregierung hat zwar erste Maßnahmen ergriffen, um die Preisspirale zu bremsen, doch Branchenexperten sehen die Hauptursache für die hohen Spritkosten nicht bei den Mineralölkonzernen, sondern in Steuern und Abgaben.
Ein aktueller Bericht des Wirtschaftsverbands en2x – Wirtschaftsverband Kraftstoffe und Energie e.V. widerlegt, was er als "gängige Fehleinschätzungen" zur Preisbildung bei Kraftstoffen bezeichnet. Die Lobbyorganisation der Ölindustrie betont, dass sich die Kosten für Benzin und Diesel an den Produktmärkten – und nicht allein am Rohölpreis – orientieren. Zugleich weist sie Vorwürfe zurück, Raffinerien oder Tankstellen seien für die drastischen Preisanstiege verantwortlich.
Die meisten Raffinerien und Tankstellen in Deutschland agieren unabhängig und passen ihre Preise den Marktbedingungen an. Der Bericht hebt jedoch hervor, dass die Steuern und die Kosten für Treibhausgas(THG)-Quoten in Deutschland zu den höchsten in der EU zählen. Diese Abgaben machen rund zwei Drittel des Benzinpreises und mehr als die Hälfte des Dieselpreises aus.
Unterdessen warnte Wirtschaftsministerin Katerina Reiche vor möglichen Kraftstoffengpässen Ende April, sollte sich der Nahost-Konflikt weiter zuspitzen. Das Finanzministerium unter Lars Klingbeil betont hingegen, der Staat profitiere trotz der hohen Steuerlast für Autofahrer nicht von den hohen Preisen.
Die Regierung prüft nun Möglichkeiten, die finanzielle Belastung der Verbraucher zu verringern. Da Steuern und Abgaben den größten Anteil an den Spritpreisen ausmachen, müssten Entlastungsmaßnahmen genau dort ansetzen. Der anhaltende Konflikt im Nahen Osten sorgt zudem für weitere Unsicherheit bei der Versorgung und der künftigen Preisentwicklung.






