Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und Barbie-Alternative wurde
Claudia FischerModepuppe Steffi: Die Barbie des Sozialismus wird 60 - Steffi: Wie die DDR-Puppe zur Kultfigur und Barbie-Alternative wurde
1966 brachte die DDR mit Steffi eine Modepuppe auf den Markt, die als Alternative zu Barbie und Petra konzipiert wurde. Hergestellt in Waltershausen, einem wichtigen Zentrum der Puppenproduktion, avancierte sie schnell zum Kulturobjekt. Steffi wurde oft ausländischen Würdenträgern geschenkt und während des Kalten Krieges weltweit exportiert.
Entworfen wurde die Puppe von Margot Schmied, die sie nach ihrer eigenen Tochter benannte. Im Gegensatz zu Barbie wirkte Steffi erwachsener und damenhafter – mit markantem Eyeliner und türkis- oder blaugrünem Lidschatten, ganz im Stil der 1960er-Jahre-Mode. Ihre voluminöse, aus hochwertigen Kunstfasern gefertigte Bouffant-Frisur war knitterfrei und damit besonders pflegeleicht.
Gefertigt wurde Steffi im VEB Puppenfabrik Biggi, einem volkseigenen Betrieb. Zwischen den 1970er- und 1980er-Jahren erreichte die Produktion ihren Höhepunkt: Jährlich entstanden 100.000 bis 150.000 Exemplare. Ihr Kleiderschrank umfasste modische, alltagstaugliche Outfits, darunter auch Uniformen, die an die Trachten der Interflug-Stewardessen erinnerten. Auffällig war, dass Steffi von Anfang an in verschiedenen Hauttönen produziert wurde – ein fortschrittlicher Ansatz in Sachen rassischer Repräsentation, der viele westliche Konkurrenten übertraff.
Heute erzielen originale Steffi-Puppen je nach Zustand und Ausstattung Preise zwischen 20 und 200 Euro. Die moderne Steffi LOVE-Puppe, vertrieben von der Simba-Dickie-Gruppe, hat hingegen keine Verbindung zum DDR-Original.
Steffi bleibt ein sammelwürdiges Stück Zeitgeschichte, das den Designgeist und die gesellschaftlichen Werte der DDR widerspiegelt. Ihr unverwechselbares Aussehen und die vielfältige Produktion heben sie von anderen Modepuppen ihrer Ära ab. Bis heute schätzen Sammlerinnen und Sammler sie nicht nur als kulturelles Erbe, sondern auch wegen ihrer handwerklichen Qualität.