14 March 2026, 12:06

Streit um Riester-Nachfolger: Warum 1,5 Prozent Gebühren zu viel sind

Eine alte Zeitungsanzeige für das Pensionshaus in Dresden, Deutschland, mit schwarzem Text auf weißem Hintergrund.

Günstigere Rente gefordert: 100.000 Menschen unterzeichnen Petition - Streit um Riester-Nachfolger: Warum 1,5 Prozent Gebühren zu viel sind

Ein geplanter Reformvorschlag für das private Rentensystem in Deutschland hat eine Debatte über die Höhe der Gebühren ausgelöst. Die Bundesregierung will das Riester-Rente-Modell durch ein neues staatlich gefördertes Sparkonto ersetzen, doch Verbraucherschützer kritisieren, dass die vorgeschlagene Obergrenze von 1,5 Prozent jährlicher Gebühren weiterhin zu hoch sei. Mittlerweile unterstützen mehr als 100.000 Menschen eine Petition, die strengere Grenzen fordert.

Die Finanztip Stiftung setzt sich für eine Gebührenobergrenze von 0,5 Prozent beim neuen Rentenprodukt ein. Ihre Analysen zeigen, dass selbst kleine Unterschiede bei den Kosten langfristig erhebliche Auswirkungen haben. So könnte eine Gebühr von 0,5 Prozent nach 40 Jahren etwa 338.000 Euro erbringen, während bei 1,5 Prozent nur rund 263.000 Euro übrig blieben.

Umfragen belegen eine deutliche öffentliche Unterstützung für niedrigere Kosten. Nur 23 Prozent der potenziellen Nutzer halten die geplante Obergrenze von 1,5 Prozent für akzeptabel. Dagegen betrachten 78 Prozent niedrige Gebühren als wichtig oder sehr wichtig für ihre Teilnahme. Rund 30 Prozent befürworten eine Grenze von 0,5 Prozent, weitere 28 Prozent würden maximal 1 Prozent akzeptieren.

Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip, hat den aktuellen Entwurf als Zugeständnis an die Finanzbranche kritisiert. Der Regierungsplan sieht zudem ein Standardprodukt mit der 1,5-Prozent-Grenze sowie eine höhere, einkommensabhängige Förderung vor. Verbraucherschützer bestehen jedoch darauf, dass das neue System ohne strengere Gebührenkontrollen die Fehler der Vergangenheit wiederholen könnte.

Der Erfolg der Petition unterstreicht die weit verbreitete Sorge über die Rentengebühren. Sollte die 1,5-Prozent-Grenze bestehen bleiben, könnten viele Sparer auf das neue System verzichten. Die endgültige Gesetzgebung wird zeigen, ob die Regierung auf den öffentlichen Druck reagiert und ihren Kurs anpasst.

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