14 April 2026, 16:06

Strengere Regeln für Apotheken: Zusammenarbeit mit Online-Plattformen wird riskant

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Medikamente berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Strengere Regeln für Apotheken: Zusammenarbeit mit Online-Plattformen wird riskant

Apotheken in Deutschland müssen sich nun an strengere Regeln bei der Zusammenarbeit mit Online-Plattformen halten, die verschreibungspflichtige Medikamente bewerben. Ein aktuelles Gerichtsurteil macht deutlich, dass bereits eine indirekte Beteiligung an rechtswidriger Werbung ihre Betriebserlaubnis gefährden kann. Die Entscheidung unterstreicht die wachsenden Bedenken gegenüber digitalen Dienstleistungen, die traditionelle Apothekenvorschriften umgehen.

Das Landgericht Berlin II urteilte, dass Apotheken mitverantwortlich für illegale Werbung sind, wenn sie mit Plattformen wie DoktorABC zusammenarbeiten. Dieser Dienst ermöglicht es Patienten, verschreibungspflichtige Arzneimittel nach dem Ausfüllen eines Online-Fragebogens zu bestellen – ein Vorgehen, das gegen geltendes Recht verstößt. Das Gericht stellte klar, dass sich Apotheken nicht damit entlasten können, sie hätten keinen Einfluss auf die Plattformen.

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Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte diese Position und präzisierte, dass Werbeverbote alle verschreibungspflichtigen Medikamente umfassen – selbst wenn keine konkreten Präparate namentlich genannt werden. Dazu zählen auch Werbung für Behandlungen bestimmter Krankheitsbilder, die weiterhin untersagt bleibt. Das Urteil erstreckt sich zudem auf Lifestyle-Produkte, medizinisches Cannabis und klassische Arzneimittel, von denen ein Großteil derzeit rechtswidrig beworben wird.

Apotheken müssen künftig Partnerschaften mit digitalen Plattformen besonders kritisch prüfen. Dienste, die Patienten gezielt an bestimmte Apotheken vermitteln, untergraben das gesetzlich geschützte Prinzip der freien Apothekenwahl. Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) warnte, dass Apotheken, die ihre Zusammenarbeit mit illegalen Plattformen nicht beenden, mit rechtlichen Konsequenzen rechnen müssen – bis hin zum Entzug der Betriebserlaubnis.

Die Gerichtsentscheidungen erhöhen die Verantwortung der Apotheken, die Einhaltung der Werbevorschriften sicherzustellen. Jede Kooperation mit Plattformen, die verschreibungspflichtige Medikamente – direkt oder indirekt – bewerben, birgt nun erhebliche rechtliche Risiken. Die Aufsichtsbehörden haben klargestellt, dass nicht nur die Plattformen selbst, sondern auch die Apotheken für Verstöße zur Rechenschaft gezogen werden.

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