Thyssenkrupp verlängert Produktionskürzungen – Aktie stürzt auf Rekordtief
Clara BraunThyssenkrupp verlängert Produktionskürzungen – Aktie stürzt auf Rekordtief
Thyssenkrupp Electrical Steel verlängert Produktionskürzungen im französischen Werk Isbergues bis September
Der Elektroblech-Spezialist Thyssenkrupp Electrical Steel hat die Produktionsdrosselung in seinem Werk im französischen Isbergues bis September verlängert. Hintergrund ist die anhaltende Importkrise bei kornorientiertem Elektroblech, durch die 1.200 Arbeitsplätze gefährdet sind. Gleichzeitig ist der Aktienkurs des Unternehmens stark eingebrochen und erreichte mit 7,46 Euro ein 52-Wochen-Tief.
Der deutsche Industriekonzern kämpft seit Längerem mit steigenden Kosten und wachsendem Wettbewerbsdruck. Billigimporte zwingen das Unternehmen zu Produktionskürzungen am französischen Standort, während die explodierenden Ölpreise die Betriebskosten in die Höhe treiben. Die Nordsee-Sorte Brent notiert derzeit bei rund 113 US-Dollar pro Barrel, OPEC-Öl liegt bei etwa 143 Dollar.
Die finanziellen Probleme von Thyssenkrupp haben sich in den letzten Wochen weiter verschärft. Allein im vergangenen Monat verlor die Aktie rund 31 Prozent an Wert. Im Vergleich zum Oktober-Hoch von 13,24 Euro liegt der Kurs mittlerweile fast 44 Prozent niedriger. Auch die Belegschaft ist geschrumpft: Die Zahl der Beschäftigten sank von 98.120 im Jahr 2024 auf 93.375 in diesem Jahr.
Als Reaktion auf die Energiekrise bereitet die Bundesregierung ein Entlastungspaket für Spritpreise vor. Geplant ist unter anderem die Freigabe staatlicher Ölreserven, um die Belastung für Unternehmen zu verringern. Bundeskanzler Friedrich Merz stellte zudem den gesetzlich festgelegten Kohleausstieg bis 2038 infrage und deutete mögliche Kurskorrekturen in der Energiepolitik an.
Die Zukunft von Thyssenkrupp bleibt ungewiss – es sei denn, die Ölpreise geben nach und der Importdruck lässt sich verringern. Die verlängerte Produktionspause in Frankreich und der drastische Kursverfall unterstreichen die aktuellen Herausforderungen des Konzerns. Ohne Entlastung könnten sowohl die finanzielle Performance als auch die Stabilität der Belegschaft weiter leiden.






