14 April 2026, 12:07

Warum die AfD trotz Misserfolgen weiterhin Anhänger gewinnt – eine Soziologen-Analyse

Ein Plakat mit einem zentralen Baum, umgeben von verschiedenen Gesichtern, und dem Text "Der politische Cluster im Terrorismus" unten.

Warum die AfD trotz Misserfolgen weiterhin Anhänger gewinnt – eine Soziologen-Analyse

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum rechtsextreme Bewegungen wie die deutsche AfD trotz ausbleibender Erfolge weiterhin Unterstützung erfahren. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie sich tief verwurzelte Skepsis gegenüber der Demokratie verfestigt – und warum Figuren wie Donald Trump weiterhin Anziehungskraft behalten.

El-Mafaalani argumentiert, dass das Misstrauen gegenüber Institutionen – Regierungen, Gerichten, Wissenschaft und Medien – nicht einfach verschwindet. Stattdessen verbindet es Menschen zu dem, was er "Gemeinschaften des Misstrauens" nennt. Diese Gruppen eint ihr gemeinsamer Verdacht gegenüber der liberalen Demokratie.

Digitale Plattformen ermöglichen es misstrauischen Einzelpersonen wie nie zuvor, sich zu vernetzen und zu organisieren. Sobald solche Netzwerke entstanden sind, verstärken sie ihre eigenen Überzeugungen – und machen es Fakten oder gescheiterten Politiken schwer, die Meinungen zu ändern. Selbst wenn die AfD an die Macht käme und sich als unfähig erweisen würde, zweifelt El-Mafaalani daran, dass ihre Anhänger die Partei verlassen würden.

Populistische Führer schüren dieses Misstrauen gezielt, betont er. Indem sie Institutionen angreifen, vertiefen sie die Spaltung und machen es ihren Anhängern unwahrscheinlicher, Alternativen zu vertrauen. Peter Unfried, Chefredakteur des Magazins "FUTURZWEI", hat gefragt, wie Gesellschaften diesem Trend begegnen könnten. El-Mafaalani zeigt: Allein die Entlarvung der Schwächen des rechten Lagers wird nicht ausreichen.

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Die Analyse des Soziologen verdeutlicht eine zentrale Herausforderung für Demokratien: Einmal verankertes Misstrauen lässt sich nur schwer umkehren. Seine Forschung unterstreicht die Notwendigkeit von Strategien, die das Vertrauen in Institutionen wieder aufbauen – statt darauf zu setzen, dass der Rechtspopulismus irgendwann von selbst scheitert. Die Erkenntnisse des Buches könnten helfen, Antworten auf den Populismus in Deutschland und darüber hinaus zu entwickeln.

Quelle